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Düsseldorf
Dauerbaustelle Grabbeplatz

Düsseldorf: Dauerbaustelle Grabbeplatz
Gontainer, Gerüste und Bagger stehen seit Frühling 2008 auf dem Grabbeplatz. FOTO: Thomas Busskamp, rp
Düsseldorf. Die Kunstmeile in der City liegt brach. Nicht nur das K 20 wird mit Verzögerungen und erhöhten Baukosten am 10. Juli eröffnet. Auch die Kulturkneipe "Op de Eck" ist betroffen – Betreiber und Museum streiten vor Gericht. Zudem ist ungewiss, wann der Neubau der Galerie Mayer fertig wird. Von Ananda Milz und Wulf Kannegießer

Der neue Tag für die Wiedereröffnung des K 20 ist der 10. Juli – und es ist anzunehmen, dass dieser Termin diesmal auch eingehalten wird. Schließlich hat der amtierende Ministerpräsident Jürgen Rüttgers bereits sein Kommen zugesagt. Aber nicht nur der Eröffnungstermin wurde mehrmals verschoben, sondern die Quadriennale gleich mit, und auch die Bausumme für das Museum beläuft sich nicht auf die geplanten 26, sondern aktuell auf 33 Millionen Euro.

Der Kaufmännischer Direktor der Stiftung Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Hagen Lippe-Weißenfeld, begründet die Verzögerungen wie folgt: "Es ist ja oft so, dass sich erst während des Umbaus die Problemstellen zeigen." Hierzu zählt vor allem ein leckes Dach, das komplett erneuert werden musste. Hinzu komme, dass die Verantwortung für die Bauarbeiten nicht beim Museum, sondern beim Land NRW in Vertretung durch die Staatskanzlei liege. Umso mehr sei das neue Team der Kunstsammlung unter Leitung von Marion Ackermann bestrebt, den Besuchern nicht nur ein renoviertes und um 2500 Quadratmeter erweitertes Haus zu präsentieren: "Wir wollen nach mehr als zwei Jahren Pause mit Kino, Kunst am Bau und neuen Werkstätten zum neuen Fixpunkt der Stadt werden", so Lippe-Weißenfeld.

Zum Fixpunkt zählte auch lange Zeit das am Museum ansässige Restaurant "Op de Eck", mit dessen Betreibern das K 20 seit dem Beginn der Baustelle im Klinsch liegt. In einem Zivilprozess streiten die Parteien über die Folgen der Großbaustelle am Grabbeplatz. Zu einem Friedensschluss kam es auch gestern vor dem Landgericht nicht. Ciro Colellades, einer der Geschäftsführer des "Op de Eck", reklamiert Umsatzausfälle von rund 35 000 Euro monatlich. Die Kunstsammlung hält dagegen, die Baumaßnahme sei vor Jahren mehrfach angekündigt worden, sogar abgesprochen gewesen. Nach kurzem Prozess brach die Richterin die Diskussion ab und will am 30. April eine Entscheidung verkünden.

Die Schadensersatzklage gegen die Kunstsammlung sei "reine Notwehr", so Colellades. Gehobene Gastronomie sei während der Bauarbeiten unmöglich. "Sie nutzen den Umbau, um die GmbH zu sanieren", konterte hingegen der Anwalt der Kunstsammlung. Denn bereits 2008 habe das "Op de Eck" laut Bilanz rote Zahlen geschrieben.

Unmut über die Dauerbaustelle wächst aber auch bei den Anwohnern. So ist Galerist Felix Ringel vor drei Jahren mit viel Optimismus an die Heinrich-Heine-Allee gezogen. "Dass die Sanierung solange dauert, damit hätte ich nicht gerechnet", sagt er. Gut fürs Geschäft seien Staub, Stein und Flatterband auf Dauer nicht. Aber damit dürfte der Galerist auch nach der Eröffnung des K 20 noch länger zu tun haben. Das Nachbarhaus an der Ecke, in das unter anderem die Galerie von Hans Mayer wieder einziehen wird, wurde ebenfalls mit viel Verzögerungen abgegrissen. Der Neubau sollte dort bereits diesen Sommer stehen. Wann er wirklich fertiggestellt wird, ist jedoch ungewiss.

Quelle: RP
 
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