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Analyse
DCSE braucht neue Manager

Düsseldorf. Die Kongress- und Hallentochter der Stadt steht inhaltlich und personell vor einem Umbruch. Von Uwe-Jens Ruhnau

Durch die Chefetage der Düsseldorf Congress Sport & Events (DCSE) wehte in dieser Woche ein kräftiger Wind. Nicht alle Kritik drang nach der verunglückten Premiere des "Premium Bierfestes" in der Arena nach außen, und selbst im Aufsichtsrat wurde nicht richtig Tacheles geredet. Erst hinterher äußerte mancher Insider seine Kritik. Und die zielte nicht darauf ab, dass die Erstauflage floppte. Was auf keinerlei Verständnis stieß, war die offenbar nach oben korrigierte Besucherzahl. Statt ein paar hundert, wie es von der Security gezählt wurde, sollten 4500 Besucher den Weg zum Bierfest gefunden haben. "Das geht gar nicht", sagt ein Spitzenmann aus dem Rathaus.

Wie soll es mittelfristig mit dem DCSE-Management weitergehen? Die beiden rein über ihre Fachkompetenz in die Unternehmensführung gekommenen Kräfte stehen vor dem Ende ihrer Laufbahn, bei den hinzugekommenen Seiteneinsteigern mehren sich die Bedenken.

Die DCSE hat von den stark politisch bestimmten Personalentscheidungen eher nicht profitiert. Unter Oberbürgermeister Dirk Elbers wurde 2012 der Vertrag des bei den großen deutschen Konzertveranstaltern geschätzten Jörg Mitze nicht verlängert. Mitze war menschlich nicht einfach, aber in der Branche hoch anerkannt. Dass es nach seinem Abgang mit Konzerten in der Arena schwieriger wurde, durfte nicht verwundern. Ohne große Diskussion wurde Elbers' Favorit, der Sportjournalist Martin Ammermann, als Nachfolger Mitzes inthronisiert. Er ist für die Events und den Sport zuständig, eine schwierige Doppelaufgabe. Ammermann wird immer wieder als sympathisch beschrieben, unter anderem bei der Kreativität bleiben Wünsche offen. Eine Verlängerung seines Fünf-Jahres-Vertrags ist kein Selbstläufer.

Ex-Bürgermeisterin Gudrun Hock (SPD), die nach der Kommunalwahl 2014 von ihrem Parteifreund Thomas Geisel aufs Schild gehoben wurde, erhielt nach heftigen Diskussionen zunächst nur einen Dreijahresvertrag. Sie ist also bereits im Wahlkampfmodus. Sie ist Finanzchefin, ihr gutes Netzwerk setzt sie ein - für die DCSE, aber natürlich auch für sich. Hock wird unterschiedlich beurteilt. Sie spricht nahezu überall mit, kritisch diskutiert wird über Struktur und Strategie ihres Engagements.

Kann Hock die DCSE führen? Diese Frage steht an, denn Gründungsgeschäftsführer Hilmar Guckert, der Kongress-Experte, wird Ende 2017 in den Ruhestand treten. Wenn nicht: Soll sie bleiben? Wie politisch fällt die Antwort aus? So oder so: Für Geisel wird es eine Zwickmühle. Auch der Konzert-Profi Manfred Kirschenstein, der als Prokurist zum erweiterten Führungskreis gehört, biegt auf die Zielgerade ein. Er wird jetzt 63. Auch er ist nur schwer zu ersetzen. Die Personalentscheidungen werden mit beeinflusst durch Boston Consulting. Die Berater werden nach der Neuaufstellung der Marketingtochter DMT auch die DCSE unter die Lupe nehmen. Ob dann auch ein kräftiger Wind durch die Flure geht, bleibt abzuwarten.

Quelle: RP
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