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Kolumne Auf Ein Wort
Dem Leben dienen

Düsseldorf. Pfarrer Thomas Selg über die Aufgabe der Kirche im Stadtbezirk

"Eine Kirche, die nicht dient, dient zu nichts." Dieser Satz des französischen Bischofs Jacques Gaillot ist mir im Laufe der Jahre immer wichtiger geworden. Was ist Aufgabe der Kirche?

Dienen ist demnach das Schlüsselwort. Es geht bei der Aufgabe der Kirche also nicht darum, den eigenen Betrieb zu sichern oder die einst dominierende Rolle im gesellschaftlichen Leben zurück zu erobern. Eine dienende Kirche muss sich an Jesus Christus orientieren. Er hat auf unerreichte Weise den Menschen zugewandt gelebt. Er hat sich der Armen, der Kranken, der Ausgestoßenen angenommen und ihr Schicksal gewendet. Er hat sich mit den Menschen am Rande der Gesellschaft umgeben, er hat mit Betrügern und Sündern gefeiert und sogar einen von ihnen ins Apostelamt gerufen. Kirche muss also bei den Menschen sein, gerade auch bei denen am Rande. Solidarität und konkrete Hilfe sind gefragt.

Unser Dienst geht aber noch darüber hinaus: Jesus sagt: "Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben." (Joh 10,10)

Jesus eröffnet Lebensmöglichkeiten über die konkrete Situation in unserem Alltag hinaus: Leben in Fülle jenseits von Not, Schuld und Tod. Dieser "Mehrwert an Leben" ist das eigentliche Ziel seines Dienstes. Auch für Menschen, für die es aus unserer Sicht kaum noch eine echte Perspektive gibt, weiß Gott einen Weg.

Wir Christen in Mörsenbroich und Rath bringen diesen doppelten Auftrag zum Ausdruck in unserem Leitsatz: "Dem Leben dienen". Wir setzen uns ein für die Menschen in unserem Stadtbezirk, bieten Unterstützung, konkrete Hilfe und Gemeinschaft an unabhängig von Herkunft oder Religion. Und wir laden ein, die zusätzliche Dimension von Leben zu entdecken, die unser Glaube uns eröffnet.

Zur Neueröffnung unseres Rather Familienzentrums am 30.Oktober habe ich Menschen und Einrichtungen gesucht, die mit uns dem Leben dienen wollen und so mit uns die Kirche in und für Mörsenbroich und Rath bilden. Es ist ein beeindruckendes Netzwerk katholischen Engagements entstanden.

Ich möchte Sie alle einladen, auf Ihre Weise, in Ihrem eigenen Umfeld und mit Ihren je eigenen Möglichkeiten dem Leben zu dienen.

THOMAS SELG IST KATHOLISCHER GEMEINDEPFARRER IN ST. FRANZISKUS XAVERIUS

Quelle: RP
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