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Düsseldorf
Demo für Pferdekopf-Fassade

Düsseldorf: Demo für Pferdekopf-Fassade
Die prägnante Pferdekopf am Haus an der Brunnenstraße erinnert an den Fuhrunternehmer Anton Schmalscheidt. FOTO: ingel/graessner
Düsseldorf. Ein Investor will das Haus in Bilk abreißen und Studentenwohnungen bauen. Von Nicole Kampe

Ein paar Schwierigkeiten hatten Thorsten Graeßner und Dietmar Wolf von den Grünen im Stadtbezirk 3, zu dieser Jahreszeit Kokosnüsse zu organisieren. Fündig sind sie schließlich im Bioladen geworden. Jetzt können sie die Szene aus dem Film "Ritter der Kokosnuss" nachstellen, in der mit Kokosnüssen Pferdegetrappel imitiert wird. "Das passt gut zum Pferdekopf", sagt Wolf, der für den Erhalt der historischen Fassade an der Brunnenstraße 27 kämpft. Für heute laden die Grünen zur Demonstration nach Bilk ein, von 17 bis 18 Uhr wollen die Politiker auf das Haus an der Brunnenstraße aufmerksam machen, das sehr prägend sei für den Stadtteil.

Die Grünen sind nicht die einzigen, die wenig begeistert waren, als die Pläne zum Abriss des Jugendstilhauses mit dem markanten Pferdekopf vorgestellt wurden. Zwei Neubauten sollen das Haus von 1890 ersetzen, in denen 27 Wohnungen für Studenten entstehen sollen. Graeßner zum Beispiel fehlte im September bei der Präsentation eine Einschätzung der Unteren Denkmalbehörde. Weil sich bisher nichts bewegt hat in der Angelegenheit, soll heute die Demo stattfinden, "ohne Megafon, ohne Flyer, die verteilt werden", sagt Wolf. "Wir haben leider keine Handhabe, können also nur appellieren", sagt er, und das soll friedlich und ruhig passieren.

Natürlich begrüßen die Politiker den Bau von Studentenwohnungen, "ob am Ende dann wirklich Studenten einziehen, das wissen wir natürlich nicht", sagt Graeßner. Zumindest würde er sich wünschen, dass man die alte Fassade rettet, "so wie beim Projekt am Fürstenwall 187", sagt er.

Die Grünen sind nicht die einzigen, die sich über den Abrissantrag wunderten: "Das Gebäude ist komplett bewohnt, und die Wohnungen sind in einem guten Zustand", sagte Erika Worbs (SPD) im September. Daran soll sich bis jetzt nicht viel geändert haben. "Die Brunnenstraße 27 ist, wie wir erfuhren, zum Teil immer noch bewohnt oder als Künstlerateliers vermietet", sagt Wolf. Auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung steht die Bauvoranfrage wieder, für viele ist das kein gutes Zeichen.

Quelle: RP
 
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