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AfD-Kreisparteitag in Düsseldorf
Demonstranten distanzieren sich von Vandalismus

AfD-Kreisparteitag in Düsseldorf: Demonstranten distanzieren sich von Vandalismus
Die Demonstranten mussten einen großen Abstand zur Schule einhalten. Lediglich eine Delegation kam bis vor den Eingang. FOTO: Hans-Juergen Bauer (hjba)
Düsseldorf. Mehr als 500 Menschen haben rund um den Kreisparteitag der Alternative für Deutschland (AfD) in Düsseldorf friedlich gegen Fremdenfeindlichkeit protestiert.  Bereits in der Nacht wurden 32 Türschlösser am Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Bilk zerstört. Von Torsten Thissen

Die ersten Demonstranten kamen in der Nacht und richteten einen gehörigen Schaden an. Zum Einen den materiellen, indem sie 32 Schlösser des Geschwister-Scholl-Gymnasiums sabotierten, unbrauchbar machten, die nun, nach dem AfD-Parteitag ausgewechselt werden müssen. Erste Schätzungen gehen von etwa 10.000 Euro Schaden aus. Zum anderen aber ist der Schaden ja auch immateriell, weil er die friedlichen Proteste am Rande des Parteitages diskreditierte. Die Kriminalpolizei ermittelt nun wegen Sachbeschädigung, von Seiten der Polizei hieß es, dass man die Täter in linksextremistischen Kreisen sucht.

Die Veranstalter der eigentlichen Demonstration distanzierten sich von der Nachtaktion: "Wir verurteilen diesen stupiden Vandalismus auf das Schärfste. Diese Aktion schadet am Ende unserer Schule und unserer Schulgemeinde", erklärten Maximilian Schmitz und Philipp-M. Niemann, die den friedlichen Protest vor dem Geschwister-Scholl-Gymnasium organisiert hatten. Ehemalige und aktuelle Schüler waren da, Lehrer - sie alle empfanden es als Provokation, dass die AfD ihren Parteitag gerade in ihrer Schule abhielt. Als Zeichen ihres Protestes überreichten sie einen sogenannten "Scholl-Appell" gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung und weiße Rosen, die zu hunderten am Eingang zum Schulgelände lagen. Es gab auch Banner ("Wir schweigen nicht - Scholler für Respekt und Toleranz").

Düsseldorfer Demo gegen Rechtspopulisten FOTO: Christoph Reichwein

Die Polizei musste etwa 20 Personen aus dem abgesperrten Bereich, unmittelbar vor dem Schultor, abdrängen. Sechs Demonstranten wollten den Eingang zur Schule blockieren. Nach Platzverweisen, Androhung der Festnahme und Feststellen der Identität räumten sie das Schulgelände. Gegen sie laufen nun Strafanzeigen wegen Nötigung.

Oberbürgermeister Thomas Geisel begrüßte den friedlichen Protest gegen die rund 30 Mitglieder der AfD, neben ihm waren Vertreter von Kirchen, Gewerkschaften und Parteien vor Ort. Die Stadt muss die Räume an die AfD vermieten, es gibt keine Handhabe für eine Absage, erklärte Geisel noch einmal jedem, der es wissen wollte.

AfD und Schießbefehl: "Ein kaltes Kalkül"

Der Pressesprecher der AfD und Mitglied des Düsseldorfer Stadtrates, Nic Vogel, sagte, es handele sich um keine Provokation gerade hier den Parteitag abzuhalten. "Außerdem halte ich das mit den weißen Rosen für eine nette Idee", fügte er hinzu, denn auch er als AfD-Mitglied sei ein Bewunderer der Geschwister Scholl, und das sei "kein Widerspruch". Vogel beklagte, dass seine Partei vor allem von den Medien "in die Nazi-Ecke" gestellt werde. "Man redet lieber über uns statt mit uns", sagte er. Allerdings ließ die AfD Pressevertreter zum Parteitag nicht zu, und verhinderte so eine objektive Berichterstattung über die Inhalte der Veranstaltung.

Für viele Schüler war es die erste Demonstration, an der sie teilnahmen. So waren etwa Johanna (14) und Antonia (18) aus Mönchengladbach nach Düsseldorf gekommen, um gegen die AFD zu protestieren. "Gerade für die Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums ist dieser Parteitag eine Zumutung. Wir sind vor allem gekommen, um unsere Solidarität mit den Demonstranten zu zeigen", sagte die 18-Jährige.

Laila (16) und Lilli (16) sind am Scholl-Gymnasium und demonstrierten, "weil wir einfach nicht möchten, dass Rassisten sich in unserer Stadt ausbreiten. Und erst recht nicht in unserer Schule."

Quelle: RP
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