| 13.46 Uhr

Kurden-Demo in Düsseldorf
Demonstranten zeigen Öcalan-Fahnen - trotz Verbots

Kurden demonstrieren in Düsseldorf - Polizei schreitet ein
Kurden demonstrieren in Düsseldorf - Polizei schreitet ein FOTO: Bretz, Andreas
Düsseldorf. In Düsseldorf demonstrieren mehrere Tausend Kurden für die Freilassung Abdullah Öcalans. Sie zeigen Fahnen mit dem inhaftierten PKK-Anführer. Das ist verboten, ebenso wie die Arbeiterpartei selbst. Doch viele weigern sich, die Fahnen wegzustecken. Die Polizei greift durch.

Die Lage bei der Großdemonstration der Kurden in der Düsseldorfer Stadt droht zu eskalieren.  Trotz eines Verbots von Öcalan-Abbildungen, das am Freitagabend noch im Eilverfahren vom Oberverwaltungsgericht NRW bestätigt wurde, haben viele Demonstranten Fahnen und Transparente mit dem Gesicht ihres Anführers dabei und halten sie gut sichtbar in die Höhe.    

An der Ecke Breite Straße - Grabenstraße ist es deswegen zu ersten Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Die Beamten forderten die Demonstranten auf, ihre Fahnen wegzustecken. Die Kurden weigerten sich jedoch und machten eine Sitzblockade. Es gab kleinere Rangeleien, Flaschen und Fahnenstöcke flogen, einige Demonstranten vermummten sich. Die Polizei setzte schließlich Pfefferspray ein und nahm die ersten Demonstranten fest. Auch Wasserwerfer wurden in Stellung gebracht.

Weniger Teilnehmer als erwartet

Die Kurden ziehen seit Samstagvormittag in der Düsseldorfer Innenstadt von der Friedrich-Ebert-Straße und vom Apollo-Platz in zwei Gruppen auf die Rheinwiesen. Zu der Großdemonstration waren rund 25.000 Kurden erwartet worden. Ersten Schätzungen zufolge sind aber deutlich weniger Teilnehmer auf der Straße. 

Ein Sprecher der Veranstalters berichtete, die Teilnehmer seien mit Bussen aus ganz Europa gekommen. In der Innenstadt gibt es Verkehrsbehinderungen. Teilweise wurden Parkplätze gesperrt, auch einige Straßen wie der Kaiser-Wilhelm-Ring waren nicht für den Verkehr befahrbar. Die Oberkasseler Brücke soll ebenfalls für die Demo gesperrt werden. "Wir wollen die Verkehrsbeeinträchtigungen so gering wie möglich halten", sagte ein Polizeisprecher unserer Redaktion.

Veranstaltet wird die Demonstration von einem Bündnis verschiedener Gruppen. Darin sind auch Organisationen wie NAV-DEM (Kurdisches demokratisches Gesellschaftszentrum), die der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK nahestehen.

Mitte September hatte ein von NAV-DEM veranstaltetes Kurden-Festival in Köln Verärgerung der türkischen Seite ausgelöst - unter anderem auch, weil viele Demonstranten Öcalan-Fahnen trugen. Der deutsche Botschafter in Ankara war daraufhin ins türkische Außenministerium zitiert worden.

Die Anmelder der Demonstration in Düsseldorf fordern die Freilassung des in der Türkei zu lebenslanger Haft verurteilten PKK-Anführers. Die PKK ist in Deutschland, der EU und der Türkei seit langem als Terrororganisation eingestuft. Wegen der Nähe zur PKK wird NAV-DEM bundesweit vom Verfassungsschutz beobachtet.

Unter der Rufnummer 0211 870 5555 ist ein Bürgertelefon geschaltet.

(arc/oko)
 
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