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AfD im Geschwister-Scholl-Gymnasium
Demonstration mit weißen Rosen angekündigt

Düsseldorfer Demo gegen Rechtspopulisten
Düsseldorfer Demo gegen Rechtspopulisten FOTO: Christoph Reichwein
Düsseldorf. Im Geschwister-Scholl-Gymnasium klingelte das Telefon am Mittwoch vor allem aus einem Grund: Ehemalige Schüler, Lehrer und Mitglieder des Freundeskreises wollten wissen, wieso ausgerechnet in ihrer Schule die AfD ihren Kreisparteitag veranstalten darf. Von Stefani Geilhausen

Wie Bruder Matthäus, für sein Engagement in der Obdachlosenhilfe mit dem Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnet und ehemaliger Schüler des "Scholl", halten viele das für einen Skandal.

Weil die Stadt aber die Aula auch an andere Parteien schon vermietet hat und es nur einer Gruppierung verwehren dürfte, die offiziell verboten ist, habe man die Vermietung nicht verweigern können, erklärte Oberbürgermeister Thomas Geisel dazu und kündigte an: "Die Stadt wird die Miete, die die AfD zahlen muss, einer Flüchtlingsinitiative zukommen lassen."

Hildegard Kronawitter, Geschäftsführerin der Weiße-Rose-Stiftung, die Überlebende und Angehörige der ermordeten Mitglieder der Widerstandsgruppe gegründet haben, sprach von einem "schlimmen Missbrauch all dessen, was an Menschenfreundlichkeit und Freiheitswillen mit der Weißen Rose verbunden ist". Im Gespräch mit unserer Redaktion sagte sie auch: "Die Stadt sollte die Veranstaltung untersagen - auch wenn sie zur Vermietung verpflichtet ist." Kronawitter verwies auf die Stadt Augsburg, wo Frauke Petry nach ihrer Forderung, auf Flüchtlinge zu schießen, Hausverbot im Rathaus bekam. Das war zwar von einem Gericht gekippt worden, aber, so Kronawitter: "Die Stadt hat damit klar ihre Haltung bewiesen." Dem Missbrauch der Weißen Rose ebenso wie den fremdenfeindlichen Positionen der AfD müsse die Zivilgesellschaft "entschieden und unmissverständlich" entgegentreten.

Die Schule nahm am Mittwoch auf ihrer Internetseite eher vorsichtig Stellung: "Wir freuen uns über die vielen Ideen aus Reihen der Schüler, Lehrer und Eltern, um ein klares und friedliches Zeichen für Menschlichkeit und Toleranz zu setzen."

So haben Ehemalige eine Demonstration angemeldet und rufen dazu auf, am Sonntag mit weißen Rosen und dem Scholl-Appell, den das Gymnasium zum Jahrestag der Ermordung von Sophie Scholl aktualisiert hat, vor der Schule zu protestieren. Auch die Grünen, das Bündnis "Düsseldorf stellt sich quer" und mehrere andere Gruppierungen haben zu Demonstrationen am Sonntag aufgerufen.

Quelle: RP
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