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Düsseldorf
Deponie soll wachsen und bis 2037 bleiben

Düsseldorf. Die Awista stellt nun bei der Bezirksregierung den Antrag, die Zentraldeponie Hubbelrath um 13 Hektar zu vergrößern und über 2019 hinaus weitere 18 Jahre zu betreiben. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu den Plänen. Von Christian Herrendorf

Was ist geplant? Die Awista möchte die Zentraldeponie Hubbelrath ein viertes Mal erweitern. Bisher war die ursprüngliche Deponie nach Osten sowie zwei Mal nach Norden gewachsen. Die Fläche der zweiten nördlichen Erweiterung wird aktuell verfüllt. Geplant ist nun, die Deponie nach Süden auszudehnen. Die neu ins Auge gefasste Fläche beträgt gut 13 Hektar. Das Entsorgungsunternehmen stellt in diesen Tagen einen Antrag bei der Bezirksregierung für die Erweiterung und präsentiert parallel die Pläne der Öffentlichkeit.

Warum stellt die Awista nun den Antrag? Legt man die durchschnittliche Abfallmenge der vergangenen Jahre zugrunde (rund 150.000 Kubikmeter), ist davon auszugehen, dass die jetzige Deponie bis spätestens Ende 2018 verfüllt ist. Um ab 2019 den neuen Teil der Deponie betreiben zu können, muss das Verfahren jetzt in Gang gesetzt werden. Erfahrungsgemäß beansprucht die Genehmigungsphase gut zwei Jahre. Dazu zählen die Offenlegung der Pläne, eine Beteiligung der Öffentlichkeit durch einen Fragebogen und ein Erörterungstermin. Sollte es Ende 2017 einen Planfeststellungsbeschluss geben, bliebe ein Jahr, um den ersten Abschnitt des neuen Deponie-Teils einzurichten. Dieser würde dann für gut sechs Jahre reichen.

Wie würde die Süd-Erweiterung ablaufen? Die Awista kalkuliert mit einem neuen Deponievolumen von 2,6 Millionen Kubikmetern. Nach den genannten Erfahrungswerten entspricht dies einer Laufzeit von 17 bis 18 Jahren. Die Fläche würde deshalb nicht auf einmal in Anspruch genommen, sondern in drei Abschnitten. Der erste würde bis 2025 verfüllt, der zweite bis 2033 und der dritte bis 2037. Der Zeitplan sieht vor, dass ein Abschnitt jeweils ein Jahr, bevor er in Betrieb geht, eingerichtet wird. Eine ähnliche Spanne gilt für die Stilllegung, nachdem ein Abschnitt verfüllt wurde.

Welche Abfälle werden nach Hubbelrath gebracht? Die Deponie ist zugelassen für nicht brennbare Abfälle und solche, die keinen wesentlichen physikalischen, chemischen oder biologischen Veränderungen unterliegen. Der Katalog der für Hubbelrath zulässigen Arten umfasst rund 180 Abfallsorten. Dazu zählen Bodenaushub, Bauschutt, Rost- und Kesselaschen, Schlacken, Beton, Keramik, Gips- und Metallabfälle. Herkunft und Zusammensetzung der Abfälle sind nachvollziehbar, weil sie in einem elektronischen Nachweisverfahren dokumentiert werden.

Wie wirkt sich die Erweiterung auf das Umfeld aus? Die Awista hat bei einem Planungsbüro eine Umweltverträglichkeits-Untersuchung in Auftrag gegeben und reicht das Ergebnis als Teil des Antrags mit ein. Danach sind vor allem zwei Bereiche betroffen. Es werden rund zehn Hektar Boden versiegelt. Dafür soll die Awista einen Ausgleich schaffen, etwa durch neue Bäume auf ihren Grundstücken im Umfeld. Für den Hubbelrather Bach bedeutet die Erweiterung, dass etwas mehr unbelastetes Oberflächenwasser eingeleitet wird. Auswirkungen auf Grundwasser, Luft, Pflanzen und Tiere sind laut Bericht nicht zu erwarten. Die Staub-Zusatzbelastung gilt als "vernachlässigbar".

Welche Alternativen zur Erweiterung gibt es? Es gibt in der Region zwei Deponien, die die selbe Klassifizierung für anorganische Abfälle haben wie Hubbelrath: Brüggen und Kamp-Lintfort (Eyller Berg). Beide liegen rund 60 Kilometer von Düsseldorf entfernt. Würde die Awista die genannten Abfallmengen dorthin transportieren, wäre damit nach ihren Angaben ein Anstieg der Müllgebühren sowie der Schadstoff-Emissionen verbunden.

Was geschieht mit den Flächen nach 2037? Der südliche Teil der Deponie wird laut Plan 2038/2039 stillgelegt, ihre Gebäude werden zurückgebaut. Anschließend wird der Bereich rekultiviert und kann dann anders genutzt werden. Die Deponie wird anschließend weiter überwacht, unter anderem das Deponiegas, die Qualität des Oberflächen- und des Sickerwassers sowie mögliche Setzungen.

Quelle: RP
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