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Düsseldorf
Der Baum soll leben

Düsseldorf: Der Baum soll leben
Andrea Vogelgesang und Uli Schürfeld vor dem lebenden Weihnachtsbaum am Staufenplatz, der als Vorbild für weitere Projekte dienen soll. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Baumschützer wollen verhindern, dass große Bäume gefällt werden, um als Weihnachtsschmuck zu dienen. Als Ersatz sollen dauerhaft Tannen im gesamten Stadtgebiet gepflanzt werden. Von Julia Brabeck

Der Weihnachtsbaum für Bundeskanzlerin Angela Merkel kommt in diesem Jahr aus Düsseldorf. Die zwölf Meter hohe Rotfichte wurde Mitte November gefällt und nach Berlin transportiert. Dass ein solch großer gesunder Baum zum Wegwerfartikel wird, hatte aber zuvor zu Protesten einer Düsseldorfer Baumschutzgruppe geführt. Diese möchte erreichen, dass bei dem Einsatz von großen Weihnachtsbäumen dauerhaft ein Umdenken einsetzt, die gefällten künftig durch gepflanzte Exemplare ersetzt werden.

Bereits im vergangenen Jahr wurde von der Gruppe eine entsprechende Anregung im Beschwerdeausschuss vorgetragen und in diesem Jahr erneuert. Mit Erfolg. Die zehn Bezirksvertretungen in Düsseldorf wurden aufgefordert, Vorschläge zu machen, an welchen Plätzen die Pflanzung von Nadelbäumen, die in der Weihnachtszeit dann durch Lichterketten und Baumschmuck zu Weihnachtsbäumen werden, sinnvoll ist.

"Solch ein lebender Weihnachtsbaum steht beispielsweise bereits seit zehn Jahren auf dem Staufenplatz", sagt Andrea Vogelgesang, Sprecherin der Baumschutzgruppe. Sie wird bei der Werbung für solche Bäume von Uli Schürfeld, Sprecher des Fachforums 2 der lokalen Agenda, unterstützt. Schürfeld hat selber zahlreiche Stellen im gesamten Stadtgebiet ausgesucht, an denen aus seiner Sicht die Pflanzungen sinnvoll und möglich wären.

Dazu gehört beispielsweise der Eingang zum Zoopark am Brehmplatz, ein Areal gegenüber der Arbeitsagentur, der Oberbilker Markt oder die Grünfläche am Rheinufer vor dem Ursulinenkloster. "Dieser Baum könnte den Weihnachtsbaum am Rathaus ablösen, der sowieso dort zwischen den ganzen Weihnachtsschmuck untergeht. Am Rheinufer würde er hingegen ein schönes Entree in die Stadt bieten", sagt Vogelgesang.

Sie fordert mehr Flexibilität bei der Standortsuche für die Bäume. "Gerade nach Ela sollten wir mehr Respekt gegenüber der Natur haben und ein Zeichen der Nachhaltigkeit setzen." Die Idee kommt an, so haben einige Bezirksvertretungen bereits konkrete Stellen für einen Weihnachtsbaum benannt. Vorgeschlagen wird beispielsweise der Aachener Platz, wenn dieser ohnehin neu gestaltet wird, oder die Ecke Düsseldorfer /Columbusstraße, an der es nach Ela eine Nachpflanzung geben soll. Das Gartenamt prüft nun alle Vorschläge, weist aber darauf hin, dass Nadelbäume nicht gut als Stadtbäume geeignet seien, da sie zum Beispiel einen feuchten Boden bevorzugen und besser in Gruppen gedeihen. Eine gute Vitalität sei dann nur mit einem hohen Pflegeaufwand zu erreichen.

Ganz andere Überlegungen kommen aus der Bezirksvertretung 6. "Ich könnte mir auch vorstellen, die vorhandenen Laubbäume am Hülsmeyerplatz in Rath festlich zu dekorieren und auf den dortigen großen Weihnachtsbaum zu verzichten", sagt die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Birgit Schentek (CDU). Und das nicht nur aus ökologischen Gründen, sondern auch um Kosten zu vermeiden, denn ein mehrere Meter hoher Baum kostet inklusive Aufstellung und späterer Entsorgung über 3000 Euro.

Andrea Vogelgesang und Uli Schürfeld wollen gerne noch in diesem Jahr einen lebenden Weihnachtsbaum pflanzen, um das Projekt endlich zu starten und ein Zeichen zu setzen. Als Standort haben die Beiden den von der Bezirksvertretung 4 vorgeschlagenen Philippusplatz in Heerdt im Blick. "Dort ist eine Pflanzung ohne große Vorarbeiten möglich. Es gibt genug Sonne und Platz und der Baum könnte von vielen Menschen bewundert werden", sagt Schürfeld.

Quelle: RP
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