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Düsseldorf
Der Gaslaternen-Protest und die Bürgermeisterin

Düsseldorf: Der Gaslaternen-Protest und die Bürgermeisterin
So sehen die Banderolen aus, die an vielen Laternen hängen. FOTO: HJBA
Düsseldorf. In der hitzigen Diskussion um den Abriss der meisten Gaslaternen gibt es nun einen skurrilen Konflikt zwischen zwei bekannten Düsseldorfern - bei dem Aussage gegen Aussage steht.

Der Chef des Metro-Marathon-Veranstalters Rheinmarathon, Jan Winschermann, wirft Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke (SPD) vor, einige Banderolen abgerissen zu haben, mit denen Gaslicht-Befürworter in Düsseltal gegen den Abriss protestieren. Er habe sie am Donnerstagabend an der Faunastraße persönlich gesehen, so Winschermann. Klaudia Zepunkte sagt, sie habe keine Ahnung, wovon Winschermann redet. Sie habe den Abend in einem Restaurant verbracht - und sei auch auf dem Heimweg nicht in der Faunastraße vorbeigekommen. Dies könnten ihre Begleiter bezeugen. "Die Geschichte von Herr Winschermann ist Quatsch hoch drei", sagt Zepuntke. Der Unternehmer und Marathon-Chef, der sich am Abend auf die Lauer gelegt hatte, weil mehrfach Banderolen in der Straße abgerissen worden waren, bleibt aber bei seiner Darstellung: "Ich habe sie ganz klar erkannt."

Die Gaslicht-Befürworter, zu denen auch Winschermann gehört, hatten die Banderolen am Mast von Gaslaternen angebracht, um gegen die Pläne der Stadt zu protestieren. Der Stadtrat soll am Donnerstag zustimmen, dass nur mindestens 4000 der 14.600 Gaslaternen erhalten bleiben und der Rest in den kommenden Jahren durch strombetriebene Laternen ersetzt wird.

Laut Ordnungsamts-Leiter Michael Zimmermann ist weder das Anbringen der Banderolen ("als Teil einer Meinungsäußerung zumindest duldbar") noch das Abreißen für das Amt relevant - solange die Banderolen in einem Mülleimer landen und nicht auf der Straße.

Auch der Heimatverein Düsseldorfer Jonges ist mit dem Abriss der Laternen nicht einverstanden. Er ruft für heute, 12 Uhr, zu einer Demonstration an der Landskrone auf.

(arl)
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