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Serie Macher Vom Rhein
Der junge Mann mit den 22 Wohnungen

Serie Macher Vom Rhein: Der junge Mann mit den 22 Wohnungen
Timo Schmitz auf dem Balkon seiner Graf-Adolf-Apartments. In dem Haus gibt es 22 Wohnungen. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Timo Schmitz ist noch nicht einmal 30 Jahre alt, eröffnet aber im September ein Apartmenthaus für Geschäftsleute und Touristen. Prachtstück des Hauses ist eine fast 90 Quadratmeter große Wohnung mit Balkon und Blick über die Stadt.  Von Holger Lodahl

Viele Betten sind nicht bezogen, aus manchen Wänden ragen lampenlose Kabel, und in Folie eingeschweißte Teppiche lehnen aufgerollt an Türrahmen - noch ist nicht alles tiptop im Haus Graf-Adolf-Apartments. Aber Timo Schmitz ist bester Stimmung und sagt mit Überzeugung: "Die Eröffnung wird noch im September sein."

22 Wohnungen gibt es in dem Gebäude - von 43 bis 90 Quadratmeter. Zu mieten sind die Wohnungen nicht von Dauerbewohnern, sondern von Touristen und reisenden Geschäftsleuten, die etwas anderes wünschen als ein Hotel. Was genau seine Gäste wünschen, das weiß Timo Schmitz. Der 29-Jährige ist ausgebildeter Hotelfachmann und hat viele Jahre Erfahrung in der Branche. "Mich hat schon als junger Mann die Hotelleidenschaft gepackt", sagt er.

Nach dem Hauswirtschafts-Abitur hat er im Kölner Interconti gelernt und arbeitete anschließend in einem Berchtesgadener Hotel, um von dort aus nach Düsseldorf zu kommen. An der Eröffnung des Hyatt im Medienhafen war er als Chef-Concierge beteiligt. Dann wechselte er zum Interconti an der Kö und war als Manager verantwortlich für Leitung und Empfang. Das von ihm geleitete Team umfasste 30 Mitarbeiter. Eine Arbeit mit viel Leidenschaft, aber einem Nachteil. "Ich kletterte die Karriereleiter hinauf, leider wuchs das Gehalt nicht proportional mit." Seinen Gefühlszustand dieser Zeit möchte er nicht als "unzufrieden" bezeichnen, denn die Hotelarbeit ist seine Leidenschaft.

Dennoch suchte er nach einer Aufgabe, die sein Innerstes forderte und befriedigen sollte. "Was kann ich aus eigenen Stücken noch erreichen?", hat er sich gefragt und fand die Herausforderung in der Eröffnung eines Pop-Up-Restaurants. Zusammen mit einem Kollegen betrieb er in einem leerstehenden Lokal für einen beschränkten Zeitraum das Lokal - und zwar neben seiner Vollzeitarbeit im Hotel. "Das hat mir gezeigt, dass jeder Mensch viel erreichen kann, wenn er an seine Fähigkeiten glaubt." Er kündigte seinen Job und sah sich um.

Das war erst in diesem Frühjahr, und nun - weniger Monate später - steht er kurz vor der Eröffnung seines Apartment-Hauses. Timo Schmitz kannte den Besitzer des Hauses schon länger. Die Sanierung lief bereits, der Mann war aber unsicher, ob er den ganzen Komplex verkaufen oder als Mietshaus betreiben sollte. In Berlin stießen die beiden auf das Konzept des Apartment-Hauses, und die Entscheidung fiel sofort. Während der Besitzer aber als Vermieter im Hintergrund bleiben wollte, gründete Timo Schmitz eine Ein-Mann-GmbH und ist nun alleiniger Inhaber von Graf-Adolf-Apartments.

Prachtstück des Hauses ist eine fast 90 Quadratmeter große Wohnung mit Balkon und Blick über die Stadt. Wie die anderen Apartments auch hat sie Echtholzparkett, weiß gestrichene Wände, ein hochwertiges Badezimmer, eine kleine Küche, große Kleiderschränke sowie sehr viel Platz für den Mieter und seine Gäste. "Ich habe durch meine Berufsjahre erfahren, welche Bedürfnisse die Gäste haben", sagt Schmitz. Kleine Hotelzimmer seien nicht jedermanns Sache. Viele Geschäftsleute brauchen einen großen Tisch für die Arbeit, mehrere Plätze für ihre Geschäftspartner und einen großen Smart-TV. "Ein Medium, auf das sich Reisende verlassen, um Nachrichten aus aller Welt abrufen zu können." Auf eine größere Luxus-Einrichtung verzichtete Schmitz jedoch. Weder Whirlpool noch besonders hochwertige Möbel gibt es. Alles ist "funktional, schlicht - aber modern", sagt er. "Für Geschäftsleute bilden die Graf-Adolf-Apartments eine Hotel-Alternative mit großem Zuhause-Gefühl".

Und obwohl die Werbung für die Graf-Adolf-Apartments noch gar nicht angelaufen ist, gebe es schon allein durch Kontakte viele Anfragen. Kein Wunder also, dass Timo Schmitz guter Dinge ist für die Zukunft. "Ich glaube an dieses Produkt und an das Investment, das ich geleistet habe", sagt er. Sein Büro und die Rezeption liegen im ersten Stock verborgen statt wie in Hotels üblich im Erdgeschoss sichtbar.

Die Chancen stehen gut, dass bald die ersten Mieter einziehen in die Wohnungen des Hauses an der Graf-Adolf-Straße 70a, denn die meisten Arbeiten sind geschafft. Teppich ausrollen, Betten herrichten, die letzten Elektro-Arbeiten - das wird den Zeitrahmen nicht mehr sprengen. Die Eröffnung Ende September kann kommen.

Quelle: RP
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