| 00.00 Uhr

Düsseldorf
Der langsame Wandel am Wehrhahn

Düsseldorf: Der langsame Wandel am Wehrhahn
Nach Baustelle sieht es am Wehrhahn immer noch mächtig aus, trotzdem sind die Anlieger in Aufbruchstimmung. Im Hintergrund links ist das neue Holiday-Inn-Hotel zu sehen, das am Montag eröffnet hat. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Die Bauarbeiten für die neue U-Bahn neigen sich dem Ende zu. Neueröffnungen wie das Holiday Inn Express zeigen den Optimismus der Anlieger, die eingesessenen Händler holen noch einmal Atem und hoffen auf einen Neuanfang. Von Nicole Lange

Richtig schön - da macht sich keiner etwas vor - ist es noch nicht am Wehrhahn. Rings um die neuen U-Bahnhöfe, über die die Fahrgäste künftig die Wehrhahn-Linie erreichen werden, ist trotz aller Fortschritte eben noch richtig Baustelle, Zäune und Baken prägen das Straßenbild. Doch allmählich ist Aufbruchstimmung zu spüren: Im Februar 2016 soll die Wehrhahn-Linie starten, schon jetzt belegen verschiedene Neueröffnungen die damit verbundenen Hoffnungen.

So eröffnete am Montag ein neues Hotel der Kette Holiday Inn Express mit 164 Zimmern im Haus Nummer 80. Die ersten Gäste müssen noch auf die Tunnel-Ausgangs-Baustelle vor dem Haus blicken, profitieren gleichwohl aber von dessen größtem Vorteil: der Laufnähe zur Innenstadt. "Unser Hotel ist für Geschäftsreisende und Touristen der ideale Ausgangspunkt in Düsseldorf", formuliert Hubert van de Loo, Geschäftsführer des Betreibers Foremost Gruppe.

Testfahrten auf der Wehrhahn-Linie FOTO: Stadt Düsseldorf

Ähnliche Hoffnungen dürften sich andere Neu-Anlieger machen: Auf dem Weg in die Innenstadt kommen die Hotelgäste etwa an "Denn's"-Biomarkt vorbei. Die bundesweite Kette hatte im Dezember ihre erste Düsseldorfer Filiale am Wehrhahn eröffnet und auf die gute Lage verwiesen. Im vorderen Bereich der Straße hat vergangene Woche eine McDonald's-Filiale nach einem größeren Umbau wiedereröffnet - auch bei dieser Investition dürfte die Hoffnung auf die Entwicklung eine Rolle gespielt haben. Im Nachbarhaus will in den nächsten Tagen die "Boulangerie Patisserie épi" eröffnen und französisches Gebäck anbieten.

Fotos: So soll die Stadt nach dem U-Bahn-Bau aussehen FOTO: Animation Stadt

Aber auch alteingesessene Händler loben eine wieder spürbar verbesserte Kundenfrequenz. Beispielsweise Blumenhändler Klaus-Jürgen Greb, der sich die Stimmung nie verderben lassen wollte. "Natürlich haben wir ein paar harte Jahre hinter uns, aber wirklich unzufrieden war ich nicht", sagt er. "Man muss sich eben um die Leute kümmern, damit sie einen Grund haben, wiederzukommen - trotz der Baustellen." Dennoch ist er erleichtert, dass mit deren langsamem Verschwinden wieder mehr Laufkundschaft den Weg zu ihm findet: "Ich habe auch den Eindruck, es ist eine jüngere Klientel."

Am stärksten wird nach Meinung von Experten der vordere Teil des Wehrhahn profitieren, der direkt an die Schadowstraße anschließt. Immerhin sitzen dort viele Geschäfte, die Kunden anziehen und explizit angesteuert werden. In diesem Bereich seien die Frequenzen am besten, erklärt Hubert Breuer vom Immobilien-Unternehmen CBRE. Eine wirkliche Spitzenlage sei der Wehrhahn zwar auch vor dem Start der Bauarbeiten nicht gewesen - er habe aber beste Chancen, nach deren Abschluss wieder deutlich zu erstarken. Das Nachsehen haben Anlieger wie Angelika Stoeckel: Sie schließt diesen Monat ihr kleines Modegeschäft am Wehrhahn 61. Viele Jahre habe sie zu kämpfen gehabt, sagt sie. Nun will der Vermieter das Haus kernsanieren: "Die Entscheidung, ob ich weitermache, wird mir abgenommen."

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Düsseldorf: Der langsame Wandel am Wehrhahn


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.