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Hochwasser
Der Rhein in Düsseldorf erreicht seinen Höchststand

Hochwasser in Düsseldorf erreicht Höhepunkt
Hochwasser in Düsseldorf erreicht Höhepunkt FOTO: Antonia Kasparek
Das Hochwasser hat seinen Höchststand erreicht. Auch am Montag zog es viele Touristen an. Die wichtigsten Infos zum Wetterphänomen. Von Arne Lieb und Uwe-Jens Ruhnau

Die Gastronomen im Unteren Rheinwerft hatten in den vergangenen Tagen ihre Tische abgebaut – und konnten sich spätestens am Montag über diese Entscheidung freuen: Der Rheinpegel ist weiter angestiegen und hat dafür gesorgt, dass der untere Teil der Altstadt-Promenade genau wie der Parkplatz unter den Rheinterrassen unter Wasser stand.

Bei rund 8,40 Meter hat der Fluss am Montagabend aber offenbar seinen Höchststand erreicht: Die Prognosen deuten auf eine Entspannung hin. Auch Montag zog das Hochwasser wieder unzählige Schaulustige und Fotografen an. Eine Übersicht über das Hochwasser in unserer Region finden Sie hier.

Rhein-Hochwasser in der Region: Pegel erreichen ihren Höhepunkt

Welche Schäden hat das Wasser angerichtet?

Bis jetzt hat das Hochwasser nur vereinzelte Schäden angerichtet. Die Feuerwehr musste am Sonntag die Skateranlage unter der Oberkasseler Brücke sichern, da sie weggespült zu werden drohte. In einem Mehrfamilienhaus auf der Düsseldorfer Straße in Oberkassel war die Tiefgarage voll Wasser gelaufen – der Grundwasserspiegel steigt mit dem Pegel des Rheins. Die Feuerwehr musste aber schließlich nicht eingreifen, da die hauseigene Pumpe repariert werden konnte. An der Himmelgeister Landstraße stand ein Pkw auf einem eingezäunten Grundstück rund ein Meter tief im Wasser. Die Feuerwehr klärte zunächst, dass sich keine Insassen in dem Pkw befanden. Anschließend wurde er abtransportiert, damit kein Benzin ausläuft.

Hochwasserschutz in Düsseldorf FOTO: Bretz, Andreas

Steht der Rhein gefährlich hoch?

Die Verantwortlichen in Düsseldorf geben sich gelassen. "Wir sind weit von jeder Grenze, bei der man sich Sorgen machen muss", sagt Ingo Noppen, der Technische Leiter des Stadtentwässerungsbetriebs, der für den Hochwasserschutz zuständig ist. Erst bei mehr als elf Meter könnte es nach seinen Angaben in Himmelgeist kritisch werden, falls das Wasser lange auf dieser Höhe steht – das gab es zuletzt 1926. Noppen geht davon aus, dass das aktuelle Hochwasser keine nennenswerten Schäden hinterlässt und nur kleine Aufräumarbeiten wie das Entfernen von Treibgut bleiben.

Sind die Vorbereitungen für die Messe Boot gefährdet?

Nein. Der Terminplan für die Boot kommt nicht ins Durcheinander. Auch am Montag wieder wurden sechs Boote an der Messe-Rampe aus dem Rhein geholt, am Nachmittag ein Luxusmodell der Firma "Sunseeker". Dem Großkran "Big Willi" kommt das Hochwasser sogar entgegen, denn dann muss er nicht so weit in die Fluten fahren. Bereits seit dem 19. Dezember wird für die Boot-Messe ausgekrant, am 12. Januar sollen die letzten Modelle aus dem Strom gehoben werden.

Wo muss Düsseldorf im Hochwasserschutz nachbessern?

Aktuell steht die Sanierung des Deichs in Himmelgeist an, die Arbeiten sollen Mitte 2020 starten. Der Boden ist dort nicht so fest, wie der technische Standard es vorschreibt. Andere Deiche wurden bereits in den vergangenen Jahren saniert, die öffentliche Hand investiert darin hohe Summen. Ingo Noppen sieht in dieser Hinsicht im aktuellen Hochwasser einen positiven Effekt: Die Düsseldorfer können nach längerer Zeit mal wieder sehen, welche Kraft der Rhein haben kann – und verstünden daher eindrücklich die Bedeutung von Deichen und Ausweichflächen für den Strom.

Steigt durch den Klimawandel die Gefahr von Hochwasser?

Stadtentwässerungsbetrieb-Leiter Ingo Noppen geht nicht davon aus. Denn zwar steigt durch den Klimawandel die Gefahr von lokalem Starkregen, worauf sich auch die Kommunen einstellen müssen. In dem großen Fluss verlören sich diese Effekte aber, so Noppen.

 
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