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Düsseldorf
Der Sommer lockt die Taschendiebe

Düsseldorf: Der Sommer lockt die Taschendiebe
FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Die Polizei Düsseldorf hat die Zahl der Mitarbeiter, die verdeckt im Einsatz sind, erhöht. Sie will die Täter unter Druck zu setzen. Im Sommer strömen viele Menschen ins Freie, die Täter nutzen Gedränge und Ablenkung, um Wertsachen zu stehlen. Von Sonja Schmitz und Denisa Richters

Mit dem Sommerwetter füllt sich die Innenstadt. Touristengruppen sind unterwegs auf Sightseeing-Tour. Kunden strömen in die Filialen der Modeketten, um Schnäppchen für die Urlaubsgarderobe zu ergattern. Beste Arbeitsbedingungen für Diebe. "Die Täter nutzen das Gedränge aus", sagt Polizei-Sprecher Marcel Fiebig. Ob bei Veranstaltungen wie dem Frankreich-Fest, Zuschauern vor Straßenkünstlern oder auf der Rheintreppe beim Beobachten des Sonnenuntergangs - wo viele Menschen zusammenkommen und abgelenkt sind, finden Diebe leicht Opfer.

Meist handelt es sich dabei um Zweierteams oder sogar mehrköpfige Gruppen. "Sie gehen arbeitsteilig vor. Einer lenkt das Opfer ab, der andere greift zu", sagt Fiebig. Nach Polizeiangaben handelt es sich zum Großteil um organisierte Gruppen - viele sollen aus dem ehemaligen Jugoslawien, Rumänien oder Nordafrika stammen.

So schützen Sie sich vor Taschendieben FOTO: RP, Thomas Bußkamp

"Die Täter sollen sich aber nicht sicher fühlen. Wir haben den Druck deutlich erhöht", sagt Fiebig. Damit hat die Polizei auf einen rasanten Anstieg bei den Taschendiebstahl-Delikten reagiert. 2012 lag die Zahl noch bei 5780 und war im Jahr darauf auf 8299 hochgeschnellt. Im März 2014 hatte dann die Polizei die Zahl der Mitarbeiter, die an allen Tagen der Woche verdeckt im Einsatz sind, aufgestockt. Die Aktion zeigte Wirkung: Die Zahl der Taschendiebstähle ging 2014 um etwa 150 zurück auf 8141. "Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir 2015 einen weiteren Rückgang präsentieren können", sagt Fiebig. Wichtig sei, die Täter auf frischer Tat zu ertappen. Das habe die größte abschreckende Kraft.

Bei ihren verdeckten Aktionen konzentriert sich die Polizei auf drei Bereiche:

So funktioniert die Masche der "Antänzer"

Geschäfte Das erste Wirkungsfeld der Polizisten in Zivil ist im Bereich der Läden. Wenn die Kunden dicht gedrängt an Wühltischen stehen, ihre Tasche auf dem Boden abstellen, haben Diebe leichtes Spiel.

Gastronomie Ein anderes Einsatzgebiet sind Restaurants und Cafés. Wenn Gäste ihre Jacke samt Wertsachen an der Gardrobe abgeben oder auch nur über den Stuhl hängen, machen sie es Dieben leicht, zuzugreifen. Diese brauchen sich nur dahinter zu setzen, Rücken an Rücken. Von dort aus können sie unauffällig in die Taschen greifen, nach Portemonnaie und Smartphone suchen. Manche arbeiten auch mit Tricks. Haben die Gäste ihre Wertsachen auf den Tisch gelegt, werden sie von einer Person angesprochen, die beispielsweise vorgibt, Spenden zu sammeln. Sie halten dem Opfer eine Kladde zur vermeintlichen Information hin, so dass die Sicht auf die Wertsachen verdeckt ist. Den Augenblick der Ablenkung nutzen sie zum Diebstahl.

Altstadt Der dritte Fokus liegt auf der Altstadt. Diebe halten sich dort gerne abends und nachts und zu den Wochenenden hin auf, wenn dort viele Menschen unterwegs sind und es dunkel ist. Die so genannten Antänzer nutzen aus, dass die Passanten einiges an Alkohol getrunken haben. Fußballfans werden im gespielten Siegestaumel umarmt. Das Ziel solcher Aktionen: Die Täter wollen den Opfern unter einem Vorwand körperlich nahe kommen, um die Brieftasche oder das Handy aus der Hosentasche zu ziehen.

So schützen Sie sich gegen Trickbetrug

Im Kampf gegen Taschendiebe setzt die Polizei zudem auf Prävention. An Infoständen sprechen die Polizisten Passanten an und weisen sie auf Schwachstellen hin.

Regeln Unterwegs nur soviel Wertsachen wie nötig mitnehmen und diese körpernah tragen, Handtaschen unter dem Arm halten, am besten sind verschließbare Taschen, noch besser mit verschließbaren Innentaschen. Je mehr Menschen umherschwirren, umso aufmerksamer sollte man sein.

Quelle: RP
 
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