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Düsseldorf
Der Sport mit der Kugel

Düsseldorf. Am Wochenende fand am Rheinufer das Festival de Pétanque statt. 700 Spieler machten mit.

Den ein oder anderen blöden Spruch müssen sich die Pétanque-Nationalspieler Marco Lonken (22) und Mesut Uluocakli (23) von Altersgenossen schon mal anhören. "Das ist doch diese Oma-Sportart", gab es beispielsweise schon zu hören. "Aber dann lade ich die Spötter zu einem Turnier ein und erkläre, dass ich damit auch ein bisschen Taschengeld verdiene. Dann bekommen sie einen anderen Eindruck," erläutert Uluocakli.

Altersgleiche Kritiker konnten die frisch gebackenen NRW-Meister im Doublette zum Festival de Pétanque einladen. Ihr Verein, Sur place Düsseldorf, hatte zum 19. Mal 60 Tonnen Splitt und acht Tonnen Steine in einer feinen Schicht auf der unteren Rheinwerft verteilt und 80 Bahnen angelegt, dazu kamen noch weitere 20 Bahnen am Mannesmannufer, so dass die knapp 700 Spieler in 200 Teams ausreichend Gelegenheit fanden, ihrem Hobby zu frönen. Auch viele Anfänger konnten dabei mit Spaß erste Erfahrungen sammeln.

Nur Spaß ist es für das erfolgreiche Sur-Place-Duo aber nicht, denn das Festival ist für die Nationaltrainer auch Sichtung und Vorbereitung auf internationale Meisterschaften. So spielt Marco Lonken im Oktober die U23-Europameisterschaft und war im deutschen Auswahlteam, das in Spanien die Quali zur Weltmeisterschaft erkämpfte. "Marco ist absolut Pétanque verrückt. Er hört zu, trainiert und kann Dinge, die man ihm sagt, umsetzen", lobt Bundestrainer Jean-Marc Bourdoux. Drei-, viermal wöchentlich Training und am Wochenende zu Turnieren fahren, da muss es also irgendetwas Besonderes geben an dieser Präzisionsportart. Was genau es ist, können Lonken und Uluocakli selbst nicht erklären. Für Uluocakli ist es aber mehr, als er beim Boxen oder Volleyball fand - und beim Volleyball schaffte er es in die NRW-Jugendauswahl.

(tino)
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