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Flughafen Düsseldorf
Der Verkauf des Airport-Areals ist vom Tisch

Flughafen Düsseldorf: Der Verkauf des Airport-Areals ist vom Tisch
Blick auf den Düsseldorfer Flughafen mit seinen vorgelagerten Parkhäusern. Die Ratsmehrheit würde gerne, dass die Flughafen GmbH das Airport-Areal kauft. FOTO: Jan Schnettler
Düsseldorf. Düsseldorf braucht Geld, um sein Haushaltsloch zu stopfen. Eigentlich wollte die Stadt daher dem Flughafen das Flughafengelände verkaufen - das hat der bisher nur gepachtet. Doch daraus wird erst mal nichts. Von Denisa Richters und Uwe-Jens Ruhnau

Der geplante Verkauf des städtischen Flughafen-Geländes ist nach Informationen unserer Redaktion vom Tisch - zumindest vorerst: Im fortgeschrittenen Stadium der Verhandlungen soll der Flughafen jetzt einen Rückzieher gemacht haben. Ein Grund soll gut informierten Kreisen zufolge gewesen sein, dass man nicht den kleineren Fluggesellschaften die Kosten für die Zinsen des Kredits, den man für den Kauf der Fläche hätte aufnehmen müssen, zumuten wollte.

Hintergrund: Die Ampel-Kooperation im Düsseldorfer Rathaus aus SPD, Grünen und FDP will Einnahmen generieren, um die hohen Investitionen in Schulden und Bäder (rund 800 Millionen Euro) finanzieren zu können. Den größten Posten auf der Ideenliste stellt der Verkauf des Flughafengeländes an die Flughafen GmbH dar. Der Verkauf hätte - möglichst schnell - 450 bis 630 Millionen Euro in die städtischen Kassen spülen sollen, wobei noch der Buchwert (rund 400 Millionen Euro) hätte gegengerechnet werden müssen. Von dem Geld sollte auch das drohende Defizit im Haushalt ausgeglichen werden.

Flughafen könnte vom Kauf profitieren

Für den Flughafen hätte der Kauf Vorteile, er wäre aber auch eine Belastung. Aktuell zahlt man eine Jahrespacht von zehn Millionen Euro an die Stadt. Der Vertrag läuft bis 2027, es besteht mithin kein aktuter Zeitdruck. Gleichwohl wäre ein Kauf eine Option: Er brächte dem Betrieb langfristig eine Sicherung seines Geländes, auch wäre man nicht Pachtsteigerungen ausgesetzt.

Der Flughafen gehört zur Hälfte der Stadt und zur andern Hälfte der irischen Aer Rianta und einem kanadischen Pensionsfonds. Offenbar geht man dort davon aus, dass Zinsen und Tilgung für den Kredit zum Kauf des Grundstücks die Pachtausgaben übersteigen. Bei 600 Millionen Euro Kaufpreis und zwei Prozent Zinsen ergäben sich zwölf Millionen Euro allein für die Zinsen. Zudem ist nicht absehbar, wie sich die Ertragskraft des Flughafens entwickelt.

Über die Kapazitätserweiterung wird erst nach der Landtagswahl im kommenden Mai entschieden. Auch sorgt die Äußerung von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), den Flughafen Düsseldorf bei der Aufstellung eines neuen Luftverkehrskonzepts nicht als wichtiges nationales Drehkreuz einzustufen (wie Frankfurt/Main, München und Berlin), für Besorgnis.

Stadt will ihre Kanäle verkaufen

Nun fokussiert sich die Stadtspitze auf einen anderen Verkauf: den der Kanäle an den Stadtentwässerungsbetrieb. Die Verträge sollen bereits unterschriftsreif sein, der Vorteil ist, dass die Stadt in diesem Fall an ihre Tochter verkauft. Davon erhofft man sich Erträge in Höhe von 350 bis 520 Millionen Euro. Auch in diesem Fall ist der Buchwert abzuziehen. Die Summe, die bleibt, soll aber dem Vernehmen nach reichen, das Haushaltsdefizit auszugleichen und die gerade auf den Weg gebrachten ersten Schulbaumaßnahmen in Höhe von 55 Millionen Euro zu finanzieren.

Quelle: RP
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