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Düsseldorf
Deutsches Requiem für die Opfer des Flugzeugabsturzes

Düsseldorf: Deutsches Requiem für die Opfer des Flugzeugabsturzes
FOTO: Stadt Düsseldorf
Düsseldorf. Einen Monat nach der Katastrophe gedenken Oper und Stadt der 150 Verstorbenen, darunter zwei Sänger aus dem eigenen Haus. Von Jörg Janssen

Vielen Menschen versagte die Sprache, als vor einem Monat auf der Anzeigetafel am Düsseldorfer Flughafen das Feld für die Ankunftszeit der Germanwings-Maschine aus Barcelona leer blieb. Nach Angst, Lähmung und Entsetzen über das offenbar von einem Menschen willkürlich herbeigezwungene Lebensende gewann schließlich die Trauer Raum. Trauer über den Verlust von Eltern, Partnern, Kindern, Geschwistern, Freunden - und Kollegen. Eine Trauer, die sich von Beginn an Ausdrucksformen auch jenseits von Sprache suchte.

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Mehr als 140 Künstler gedachten gestern Abend in der Oper mit dem "Deutschen Requiem" von Johannes Brahms eben auch des seit 1996 dem Ensemble angehörenden Baritons Oleg Bryjak und der jungen Nachwuchs-Altistin Maria Radner. Beide hatten am "Gran Teatre del Liceu" der katalanischen Hauptstadt in Wagners "Siegfried" mitgewirkt. Ein schicksalhaftes Gastspiel, von dem sie - wie die anderen 148 Menschen in der Unglücksmaschine - nicht mehr zurückkehren sollten.

Trauer in Düsseldorf nach Flugzeugabsturz FOTO: Bretz, Andreas

Oberbürgermeister Thomas Geisel wandte sich von der dezent mit weißen Blumen dekorierten Bühne an die Angehörigen und an Landtagspräsidentin Carina Gödecke, sprach von "der sinnlosen Tat eines Einzelnen" und davon, wie sehr diese Tragödie die Stadt treffe. "Vielleicht müssen wir innehalten und begreifen, dass es 100-prozentige Sicherheit nicht geben kann". Auch Generalintendant Christoph Meyer wandte sich ans Publikum: Da Worte oft nur die Oberfläche menschlicher Gefühle streifen könnten, "werden wir stattdessen versuchen, die Musik sprechen zu lassen". Unter Leitung von Generalmusikdirektor Axel Kober erklang im Anschluss das Requiem. Mehr als 20 Solisten und Ensemble-Mitglieder verstärkten den Chor der Deutschen Oper und gestalteten gemeinsam mit den Düsseldorfer Symphonikern das Gedenken. Anke Krabbe und Dmitri Vargin übernahmen die Sopran- und Baritonpartie. 1869 in Leipzig uraufgeführt ist das Deutsche Requiem bis heute eine der bedeutendsten Kompositionen zum Totengedenken. Mit einer Schweigeminute endete die Veranstaltung.

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Quelle: RP
 
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