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Düsseldorf
Diakonie-Flüchtlingspaten helfen bei Alltagsproblemen

Düsseldorf. Irgendwann hatten Octavia Schoplick und ihr Mann die Nachrichten über Pegida-Veranstaltungen und Hetze gegen Flüchtlinge satt. Das Paar entschied sich deshalb dafür, selbst aktiv zu werden und Neu-Ankömmlingen in der Stadt zu helfen. Von der Diakonie erfuhren sie von einem neuen Projekt, bei dem sogenannte Patenschaften für Flüchtlinge übernommen werden können. Seit Mai sind die beiden nun Flüchtlingspaten.

"Anfangs haben wir uns wöchentlich getroffen und gemeinsam Fußball geguckt, Fahrräder gemietet oder Billard gespielt", sagt Schoplick. Mit der Zeit seien die Treffen immer offizieller geworden, da auf einmal Themen wie Wohnungssuche oder Integrationskurse auf dem Programm standen.

Der 20-jährige Mohamed aus Syrien ist einer der Flüchtlinge, um den sich Octavia Schoplick kümmert. Er ist schon seit fast anderthalb Jahren in der Stadt und dank Schoplick gut angekommen. "Mir ist es wichtig, deutsche Freunde zu haben. So kann man die Sprache besser lernen", sagt Mohamed, der seit April eine eigene Wohnung hat.

Er möchte demnächst seinen Schulabschluss nachmachen und dann vielleicht eine Lehre als Bankkaufmann beginnen. Zurzeit gibt es im Rahmen des Projekts der Diakonie 18 solcher Patenschaften. Melanie Harendt koordiniert die ehrenamtlichen Helfer und bringt sie mit den verschiedenen Flüchtlingen zusammen. "Das Schöne am Projekt ist, dass beide Seiten davon profitieren. Für die Paten ist das auch eine Möglichkeit, Vorurteile abzubauen", so Harendt.

Octavia Schoplick hat mit ihrer Begeisterung für das Projekt schon ihre Freunde angesteckt. Zunächst haben sie und ihr Mann sich um drei Flüchtlinge gekümmert. Einen davon betreuen jetzt aber ihre Freunde. "Wir machen trotzdem noch viel zusammen, da die drei Syrer auch untereinander gut befreundet sind", sagt sie. Manchmal treffen sich alle zusammen bei den Schoplicks zum Bundesliga gucken. Einmal sind sie auch gemeinsam ins NRW-Forum gegangen, um sich dort eine Ausstellung anzusehen. "Davon waren sie aber nicht wirklich begeistert", erinnert sich Schoplick. "Ich habe mich gefragt, was an diesen Bildern Kunst sein soll", ergänzt Mohamed und lacht.

Wer auch Flüchtlingspate werden möchte, kann sich bei Ute Clevers von der Flüchtlingsberatungsstelle der Diakonie melden.

(sdt)
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