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Die Woche In Düsseldorf
Die andere Seite der Marathon-Ratssitzung

Düsseldorf. In den 15 Stunden im Plenarsaal ging es überwiegend ernst zu, manchmal sogar aggressiv. Es gab aber auch Amüsantes. Über Namensverwechslungen, verschwundene Oberbürgermeister, verpasste Anträge und die fatale Wirkung des Zusammenspiels von Essen und Reden. Und am Ende gab's ein Ständchen. Von Denisa Richters

Haushaltsreden sind wichtig - vor allem für die Redner selbst. Bei den Zuhörern bringen sie, nun ja, meist selten die Emotionen wirklich in Wallung. Gäbe es aber einen Preis für die sympathischste Rede, er ginge ohne Frage an die Sprecherin der Linksfraktion. Sie heißt Angelika Kraft-Dlangamandla, der zweite Teil des Nachnamens stammt von ihrem südafrikanischen Mann, und wird auch gerne so angesprochen. "Ich heiße nicht hallo, sondern Frau Kraft-Dlangamandla", sagte sie freundlich und lächelnd auf einen Zwischenruf der FDP-Chefin Marie-Agnes Strack-Zimmermann.

Die Liberale brachte die Linke schließlich doch noch aus dem Tritt - wurde selbst von ihr mit Kraft-Dlangamandla angesprochen. "Diese Frau macht mich noch verrückt", rief die echte Kraft-Dlangamandla und musste herzlich über sich lachen. Dass Oberbürgermeister Thomas Geisel mitten in ihrer Rede den Ratssaal verlassen hatte und - als Double - plötzlich Bürgermeister Friedrich Conzen auf dem Platz des Sitzungsleiters saß, ließ sich mit Humor gut verschmerzen.

Auch Geisel hatte manchen Hänger: Den FDP-Vize nannte er Neuendorf statt Neuenhaus, und als er in der Debatte einen Redner aufrufen sollte, hatte der Rathaus-Chef den Mund voll - er hatte den laufenden Wortbeitrag falsch eingeschätzt und geglaubt, den Happen zum Ende der Rede längst in den Magen befördert zu haben.

Aber solch eine Marathon-Sitzung zehrt eben auch an der Konzentrationsfähigkeit. Man ist verführt, die Zeit mit anderen Dingen vergehen zu lassen, statt zuzuhören. Und so kam es, dass Frank Grenda, Ratsherr der Piraten, seinen eigenen Haushaltsantrag verpasste. Es ging darum, dass die Stadt ein Open Data Portal einrichten und mit jeden zugänglichen Daten befüllen soll. Grenda war erst zur Abstimmung dabei. Um Mitternacht, wurde es noch richtig happy: Der Stadtrat intonierte "Happy Birthday". Die Ratssitzung hatte es bis in den Geburtstag von Jochen Wirtz, dem Leiter des OB-Büros, geschafft.

Quelle: RP
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