| 00.00 Uhr

Düsseldorf
Die Baggerschmiede in Benrath

Düsseldorf: Die Baggerschmiede in Benrath
Das wird einmal das Führerhaus in einem gigantischen Minenbagger vom Typ Komatsu PC 5500. Er wiegt später 535 Tonnen. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Komatsu hat jetzt ein neues Technikzentrum. Mit dem Vorläufer Mannesmann hat die Firma eine 110-jährige Geschichte. Von Thorsten Breitkopf

Henkels Persil ist Made in Düsseldorf, Altbier und Löwensenf sowieso. Aber Komatsu? Der Name ist selbst für viele Wirtschaftsinteressierten keiner, der irgendwie schnell mit Düsseldorf in Verbindung gebracht wird. Und das in Düsseldorf mit die größten Hydraulik-Bagger der Welt entstehen, ist fast schon ein Geheimnis. Und auch dabei gibt es einen Zusammenhang. Denn die Düsseldorfer werden in ihrer Heimatstadt nie live eines der Produkte aus dem Hause Komatsu Mining zu sehen bekommen. "Denn die Bagger sind einfach zu groß, um in fertigem Zustand überhaupt transportiert werden zu können", sagt Marvin Bistram von der Marketing-Abteilung von Komatsu. Sie werden in Einzelteilen und per Schwertransport meist nachts vom Komatsu-Werk an der Forststraße in Benrath in den nahen Reisholzer Hafen gebracht. Dort geht es aufs Schiff, meist zu Überseehäfen und dann, vielleicht irgendwo am anderen Ende der Welt, zum Kunden. In den Minen Kanadas, Australiens oder in Sibirien werden sie dann von Komatsu-Monteuren erstmals zusammengebaut.

Der Nachbar von Komatsu, der Kranbauer Konecranes (Demag), hat dagegen Probleme mit dem Transport in den Hafen Reisholz. Eine Unterführung an der Baumberger Straße ist zu niedrig, weshalb regelmäßig nachts die Bahnlinie gesperrt werden muss, um die Schwertransporte zu erledigen. "Unsere Produkte sind gerade noch klein genug, um durch die Unterführung zu passen", sagt Ralf Petzold, einer der Geschäftsführer von Komatsu. Dennoch fordert auch er den bereits von der Stadt versprochenen Ausbau der Unterführung. "Denn auch unsere Bagger werden immer größer und größer".

Die Geschichte der Firma in Deutschland wird dieses Jahr 110 Jahre alt. 1907 verließ der erste Bagger in Demag-Lizenz das Werk - es war ein elektrisch betriebener Seilbagger für den Tagebau. Diese erste Carlshütte wurde dann zu Demag und später ein Teil des Düsseldorfer Mannesmann-Konzerns. Seit der Zerschlagung von Mannesmann gehört das Werk zur japanischen Firma Komatsu, mit dem Namenszusatz "Mining". Seit 1939 werden am Standort Benrath Bagger hergestellt. Darunter viele der Superlative, denn die Fahrzeuge, die überwiegend in Minen zum Einsatz kommen, sind wahre Giganten. Das größte derzeit angebotene Modell made in Düsseldorf namens Komatsu PC 8000 bringt 750 Tonnen auf die Waage. Seine Schaufel hat ein Fassungsvermögen von 42 Kubikmeter oder rund 300 Badewannen. Zurzeit arbeiten die Mitarbeiter bei Komatsu an einem kleineren Modell, der PC 5500 bringt aber später immerhin 535 Tonnen auf die Waage. Er geht nach Kanada in eine Mine und ist der 29. Bagger aus Düsseldorfer Produktion in diesem Jahr.

Übrigens gehen alle Düsseldorfer Bagger in den Export. Nur ein einziger steht in Deutschland, genauer in Wuppertal. Aber der dient nur zu Verkaufszwecken der Vorführung für Kunden.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Düsseldorf: Die Baggerschmiede in Benrath


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.