| 00.17 Uhr

Radtouren im Freundeskreis
Die Edel-Radler von Kraftwerk

Bilder vom Kraftwerk-Auftritt in Düsseldorf
Bilder vom Kraftwerk-Auftritt in Düsseldorf FOTO: dpa, Oliver Berg
Düsseldorf. Zu Rennrädern und der Tour de France hatten die Elektro-Pioniere aus Düsseldorf, die möglicherweise zum Grand Départ im kommenden Jahr auftreten werden, eine ganz besondere Beziehung. Von Denisa Richters

Und das nicht nur, weil sie eine Single und ein Album mit dem Namen des Radrennens veröffentlichten. Eva-Maria Gößling gehörte zum Freundeskreis der Band, war auch Mitradlerin und erlebte eine Obsession.

Es war ein heißer Sommertag 1986, als Eva-Maria Gößling, wieder mal mit ihrem Rennrad die große Runde fuhr. 70 Kilometer lang, führte sie über Serpentinen am Sender Langenberg im heutigen Ortsteil von Velbert vorbei. Mit ihrem Lebensgefährten Willi Klein, Spezialist für Arthroskopie und Rheumatologie (Kraftwerks-Mitglied Ralf Hütter habe ihm den Spitznamen "Little Professor" verpasst), hatte sie "heimlich trainiert".

Eindrücke der Kraftwerk-Ausstellung FOTO: dpa, Daniel Naupold

"Oft sind wir nach Feierabend die Große Runde gefahren." An diesem heißen Sommertag fuhr Gößling in einer Gruppe mit Ralf Hütter die Strecke. "Mit meinen kurzen blonden Haaren war ich fast vor einem Sonnenstich, nahm deshalb eine Abkürzung und kam vor den Jungs an", sagt Gößling, die als Saxofonistin in mehreren Bands spielte.

Touren von bis zu 100 Kilometern gehörten für Kraftwerk zur Freizeit am Wochenende. Wobei sich vor allem bei Hütter und Florian Schneider daraus eine richtige Obsession entwickelt habe, Karl Bartos und Wolfgang Flür seien eher Mitradler gewesen. "Die beiden redeten nur noch von Komponenten, Schaltungen und Reifen, waren richtig süchtig nach dem Rad", erinnert sich Gößling.

Tour de France kommt nach Düsseldorf

Zum Radtraining seien sie nach Mallorca und Sardinien gefahren, "der heilige Gral der Fahrräder" sei der Keller im Haus des Architekten Paul Schneider-Esleben, dem Vater von Florian Schneider, in Golzheim gewesen. Von dort aus starteten sie zu ihren Touren. "Manchmal setzte man die Fähre in Kaiserswerth über, vorher gab es Pflaumenkuchen mit Sahne." Die Rennräder waren "vom Feinsten", Schneider sammelte alte Räder.

Auch stilistisch musste alles stimmen: " Ihre Fahrradmode war schwarz, Florian trug auch alte Strick-Trikots wie bei der Tour de France in den 1950er Jahren", sagt Gößling. Der typische Kraftwerk-Tag habe in der jener Zeit aus Radfahren, Duschen, Essengehen, Disco und Musikstudio bestanden.

Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Radtouren im Freundeskreis: Die Edel-Radler von Kraftwerk


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.