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Rheinbahn in Düsseldorf
Die einsame Fahrt des 725er

Rheinbahn in Düsseldorf: Die einsame Fahrt des 725er
Die Buslinie 725 fährt jetzt von Gerresheim über Flingern nach Düsseltal. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Keine andere Linie fährt seit der Netzumstellung eine so stark veränderte Route. Wie eine Testfahrt zeigt, hat sich die Streckenführung bis zum S-Bahnhof Zoo noch nicht so ganz herumgesprochen. Von Marc Ingel

Heidi Wohlgemuth steht etwas verloren an der Haltestelle am Gerresheimer Krankenhaus. Sie habe gehört, die Buslinie 725 fahre jetzt bis zur Rethelstraße, und das wolle sie mal ausprobieren. "Aber wo fährt der Bus denn ab?", fragt sie. Einige Minuten später hat sie die richtige Haltestelle an dem Rheinbahn-Standort, wo vier Busse, eine Straßen- und eine U-Bahn enden und abfahren, gefunden. Der 725er wartet schon. Die Seniorin ist der einzige Fahrgast.

Ein halbe Stunde später kommt der nächste Bus. Für Fahrerin Petra Großmann sei es erst der zweite Tag, an dem sie die neue Strecke fährt, sie müsse sich selbst noch daran gewöhnen, sagt sie. Mit Einführung der Wehrhahn-Linie hat die Linie 725 ihre Endhaltestelle nicht mehr im Hafen, sondern an der S-Bahnhaltestelle Zoo. Es ist, bezogen auf die Buslinien in Düsseldorf, die gravierendste Änderung im Fahrplan der Rheinbahn. "Es ist meistens sehr ruhig, der Streckenwechsel hat sich noch nicht richtig herumgesprochen", sagt Großmann. Viele seien unsicher und würden an den Haltestellen nachfragen, wohin der Bus denn überhaupt fahre.

Während der 725er von Gerresheim bis zur Dieselstraße in Flingern noch weitgehend die altbekannte Route fährt, wird es ab der Kreuzung Hellweg/Bruchstraße spannend. "Da bin ich bisher immer links abgebogen, da springt dann auch schon mal ein Fahrgast auf und fragt, warum ich denn auf einmal geradeaus fahre", berichtet Petra Großmann. Stattdessen geht es jetzt am Übergang zur Cranachstraße scharf rechts in die Hans-Günther-Sohl-Straße und über die Schlüterstraße vorbei an der Metro, wo die Haltestellen bis zur Fertigstellung des neuen Wohngebietes Grafental noch provisorischer Natur sind. Später wird die 725 dann auch die Hohenzollernallee anbinden.

Die Haltestellen der neuen Wehrhahn-Linie FOTO: RP-Grafik

Als Petra Großmann dann von der Simrockstraße in die Graf-Recke-Straße abbiegt, nimmt das Leben an den Haltestzellen zu. "Bei den ganzen Schulen hier ist dann doch immer etwas mehr los. Die Schüler steigen gezielt ein und wissen, dass ich über den Brehmplatz bis zur S-Bahn am Zoo fahre", erzählt die versierte Fahrerin. Auf der Graf-Recke-Straße hat die Rheinbahn auch einige Haltestellen ganz neu gebaut, die an der Clara-Viebig-Straße ist noch im Umbau begriffen, dort gibt es eine Ersatzhaltestelle.

Am Brehmplatz möchte noch ein Fahrgast zusteigen, der zum Hauptbahnhof will. Ihn muss Petra Großmann aber enttäuschen: "Ich fahre nur noch um die Ecke, dann müsste ich sie wieder rausschmeißen", sagt sie lächelnd und zuckt mit den Achseln. An der neuen Endhaltestelle an der Humboldtstraße in Sichtweite des S-Bahnhofs Zoo ist die Fahrt zu Ende.

Helmuth Höhn, Abteilungsleiter für Fahrplan-Gestaltung bei der Rheinbahn, sagt, mit der neuen Linienführung des 725er habe man den Wünschen aus der Politik und von Anwohnern entsprochen, die Graf-Recke-Straße, aber eben auch Grafental besser anzubinden. "Wir haben damit einen weißen Fleck auf der Landkarte getilgt." Außerdem sei es wichtig gewesen, durch Einbeziehung des S-Bahnhofes Zoo die Anbindung Richtung Norden zu verbessern, "damit die Menschen nicht mehr extra über den Hauptbahnhof fahren müssen", sagt Höhn, der hinzufügt: "Es dauert in der Regel immer mindestens ein halbes Jahr, bis eine solch neue Linienführung bei jedem angekommen ist."

Quelle: RP
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