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Frank Moeser
Die Familie steht jetzt an erster Stelle

Düsseldorf. Trainer Frank Moeser verlässt den Landesligisten VfL Benrath zum Saisonende. Er nimmt einen Perspektivwechsel vor und will sich in seiner Freizeit ausschließlich um seinen Sohn kümmern, der am 8. April auf die Welt gekommen ist.

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt Ihres Sohnes Ben Leonard. Hat Sie das kurze Vatersein bereits verändert?

Moeser Klar. Die Geburt eines Kindes ist ein extrem großer Einschnitt im Leben. Unser Kind war geplant. Meine Frau Christina und ich haben uns diesen Schritt reiflich überlegt. Wenn man dann so ein kleines Geschöpf im Arm hält, spürt man automatisch enorme Verantwortung. Da wird der Fußball plötzlich zur Nebensache.

Wie hat die Mannschaft auf die Bekanntgabe Ihrer Entscheidung reagiert?

Moeser Einige waren überrascht und finden es schade, dass ich aufhöre. Auch mir ist die Entscheidung nicht leicht gefallen. Schließlich haben wir gemeinsam Höhen und Tiefen erlebt. Die Spieler sind mir ans Herz gewachsen. Es wurde aber auch Verständnis bekundet.

Seit wann wissen die Spieler Bescheid?

Moeser Die Jungs wissen bereits seit dem Remscheid-Spiel, dass es mit uns nach dem Saisonende nicht weitergeht. Die Reaktion eine Woche später auf dem Platz war ganz prima, nämlich dass wir gegen Ronsdorf - trotz Rückstand - noch gewonnen haben.

Fühlen Sie inzwischen schon eine gewisse Entfremdung von Ihrem Traineramt?

Moeser Um das ganz deutlich zu sagen: Ich fühle null Entfremdung! Ich werde mit den Spielern in den verbleibenden zwei Monaten unverändert hart arbeiten und für den Verein bis zum letzten Spieltag alles geben. Möglicherweise fällt erst dann die Entscheidung über unseren Verbleib in der Landesliga. Bis dahin müssen wir - wie schon in der letzten Saison - in jedem Spiel bis ans Limit gehen. Ja, und vielleicht werde ich dann mit dem Schlusspfiff im letzten Spiel ein Gefühl von Ablösung empfinden...

... und dem Fußball endgültig Ade sagen?

Moeser Wer ein Traineramt übernimmt, muss dies zu hundert Prozent tun. Und dann bleibt eben nur wenig Zeit fürs Familienleben. Ich will zukünftig viel Zeit mit meiner Familie, sprich: mit meiner Frau und meinem Sohn verbringen. Ob ich dem Fußball damit endgültig ade sage, muss man abwarten. Ich habe dem VfL Benrath angeboten, dass ich diesen Verein weiter unterstützen werde, wenn es die Zeit erlaubt. Aber nicht als Trainer. Und ich werde selbstverständlich auch bei keinem anderen Verein in dieser Funktion tätig sein.

RP-MITARBEITER HELMUT SENF FÜHRTE DAS INTERVIEW

Quelle: RP
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