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Kolumne Auf Ein Wort
Die feste Hoffnung

Düsseldorf. Glauben Sie das wirklich?" Als Pfarrerin in der Schule wird mir diese Frage oft gestellt. Damit einher geht eine zweite Frage. Ist das, was ich sage, glaubwürdig? Besonders an Ostern werde ich hinterfragt. Wie ist das mit meinem Glauben? Wird es wirklich eine Auferstehung der Toten geben? Was erwartet uns dann?

Aufstehen ist uns ein bekannter Vorgang, sowohl das morgendliche Aufstehen, als auch das symbolische Aufstehen für bestimmte Vorstellungen. Letzteres haben wir als Geschwister-Scholl-Gymnasium kürzlich getan. Als wir uns der Frage stellen mussten, wie wir zu bestimmten politischen Ansichten stehen, sind wir aufgestanden, um unsere Werte wie Toleranz und Akzeptanz der Verschiedenheit unserer Gesellschaft sichtbar zu machen. In diesen Fragen des gesellschaftlichen Miteinanders versuchen wir Lehrer am Geschwister-Scholl-Gymnasium jeden Tag, Vorbild zu sein. Aber jetzt um Ostern wird das Ganze für mich noch einmal persönlicher. Jetzt geht es um Tod und Leben, Angst und Hoffnung. Junge Menschen wollen in religiösen Fragen von mir als Schulpfarrerin glaubwürdige Antworten. Hier gibt es kein Ausweichen. Sie wollen Ehrlichkeit. Sie erwarten, dass ich tue, was ich sage. Glaube ich? Ja!

Ich glaube, dass Gott an Ostern Jesus aus dem Tod geholt hat, und ich glaube, dass er auch mich nicht tot bleiben lässt. Meine Schüler würden nun einwenden, dass das Ganze doch etwas vage klingt. Stimmt. Wie das aussehen wird, kann ich nicht genau beschreiben. Ich kann nur einige biblische Bilder dafür beschreiben. Auch das gehört zu der von mir geforderten Ehrlichkeit, meine eigenen Wissenslücken nicht schönzureden. So lautet dann meine ehrliche Antwort: "Ich weiß nicht alles, aber ich habe die feste Hoffnung, dass Gott mein bruchstückhaftes und endliches Leben vollenden wird und ich in seiner Nähe geborgen sein werde."

Eine solche Hoffnung, die über die Bruchstücke unseres Lebens hinweg trägt, wünsche ich allen, die ernste Fragen haben und allen, die sich bemühen, ehrliche Antworten zu geben.

Quelle: RP
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