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Deutschland-Fans in Düsseldorf
Die Flaggen der Fleher Straße

Deutschland-Fans in Düsseldorf: Die Flaggen der Fleher Straße
Vier Stockwerke des Hauses Fleher Straße 140. Unübersehbar leben dort Fans der deutschen Fußballnationalmannschaft. Alle zwei Jahre bekommt das Gebäude diesen Deutschlanddress. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Die Bewohner des Hauses Fleher Straße 140 sind unübersehbar Fußballfans. Zur Europameisterschaft haben sie das Gebäude von oben bis unten mit Deutschlandflaggen geschmückt. Von Beate Werthschulte

Wer an der Fleher Straße 140 zum ersten Mal vorbeikommt, bleibt auf jeden Fall stehen und schaut sich das Haus genauer an: Das Gebäude ist mit vielen großen und kleinen Deutschlandflaggen geschmückt. "Die Leute machen Fotos, Autofahrer hupen, und die meisten Kinder sind total begeistert", erzählt Danny Hasenkämper, einer der beiden Initiatoren der Aktion. Er wohnt mit seiner Frau Martina und den beiden Söhnen Lukas und Niko seit 2006 in der dritten Etage.

In dem Jahr fand bekanntlich das Fußball-Sommermärchen in Deutschland statt, und selbst weniger fußballbegeisterte Menschen ließen sich von der Stimmung mitreißen. "Wir hatten zuerst nur ein paar kleine Fähnchen am Balkon, aber nachdem die deutsche Mannschaft das Viertelfinale gegen Argentinien gewonnen hatte, musste unbedingt eine größere Fahne her", sagt Martina Hasenkämper, die selbst nur die Spiele der deutschen Mannschaft begeistert verfolgt.

EM 2016: Hier gibt's Public Viewing in Düsseldorf FOTO: Bretz, Andreas

Besorgt hat die fünf mal drei Meter große Flagge Sabine Schreiner, die mit ihrem Mann Sven Feddersen, Freund und Arbeitskollege von Danny Hasenkämper, in der zweiten Etage wohnt. Sie habe die Fahne damals im Internet bestellt, eine noch größere, so Schreiner, sei leider nicht zu bekommen gewesen. Hasenkämper und Feddersen haben dann die Nachbarn gefragt, ob sie mit dem Anbringen der riesigen Flagge einverstanden seien - und weil alle Mieter im Haus sich richtig gut verstehen, sogar regelmäßig gemeinsame Grillfeste veranstalten, hatte natürlich niemand etwas dagegen.

Schnell stellte sich heraus, dass zwei weitere Nachbarn ebenfalls begeisterte Fußballfans sind. Dieter Schliffke und Holger Erkelenz-Franz bewohnen die beiden unteren Wohnungen und haben ihre Balkons auch gleich mit Fahnen und Wimpeln geschmückt. Zur Europameisterschaft 2008 wurde dann wieder geflaggt, die zweite große Fahne für die Seitenwand des Hauses wurde angeschafft. Seitdem verwandelt sich das Haus zu jeder Fußball-Welt- und Europameisterschaft in ein Fahnenmeer und das Auto der Hasenkämpers in ein schwarz-rot-goldenes "Fußball-Deutschland-Auto".

Tausende trotzen auf den Fan-Meilen dem Regen FOTO: dpa, brx sab

Ein bisschen schade finden es alle, dass viele Spiele erst um 21 Uhr beginnen, ab dem Viertelfinale werden sämtliche Spiele zu dieser Uhrzeit angepfiffen. Hasenkämper und Feddersen arbeiten als Müllwerker bei der Awista, sie müssen morgens um vier Uhr aufstehen, denn um sechs Uhr beginnt ihr Dienst. Da bleibt nicht viel Zeit zum Schlafen, insbesondere wenn es zu Verlängerung und Elfmeterschießen kommt. "Wir sehen uns natürlich trotzdem alle Spiele an, fahren allerdings nicht zum Public Viewing in die Stadt, denn bis man dann zu Hause ist, wird es einfach zu spät", sagen beide übereinstimmend. Der zehnjährige Lukas, mindestens genauso fußballbegeistert wie Vater Danny, hat mit den Eltern ausgehandelt, dass er die Spiele der deutschen Mannschaft bis zum Ende anschauen darf, bei den anderen Spielen muss er nach der ersten Halbzeit schlafen gehen. "Die Schule geht vor", erklärt Mutter Martina. Auch Dieter Schliffke würde frühere Anstoßzeiten begrüßen, denn als Taxifahrer muss er ebenfalls morgens früh raus.

Und wie lautet der Tipp der Hausgemeinschaft für das letzte Vorrundenspiel der deutschen Mannschaft gegen Nordirland? "3:1 für Deutschland", ist Lukas überzeugt und freut sich, dass wenigstens dieses Spiel bereits um 18.00 Uhr beginnt.

Impressionen vom Public Viewing in Düsseldorf FOTO: Henning Bulka
Quelle: RP
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