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Düsseldorf
Die Gea - Düsseldorfs unbekannter Riese

Düsseldorf. "Wir werden dieses Jahr sicher mehr akquirieren als 2015", sagt Firmenchef Jürg Oleas. Von Thorsten Breitkopf

Henkel kennt jeder in Düsseldorf, die Metro auch, die Gerresheimer AG kennt man wenigstens von der alten Glashütte oder weil sie den Namen des Stadtteils trägt. Und Vallourec ist Mannesmann und daher auch ein Begriff. Aber Gea? Das Unternehmen ist im MDax, also eine der 80 größten deutschen Aktiengesellschaften, erwirtschaftet mehr als viereinhalb Milliarden Euro Umsatz, hat 18.000 Beschäftigte und, was kaum einer weiß: den Konzernsitz in Düsseldorf.

Vor fünf Jahren zog der Anlagenbauer von Bochum nach Düsseldorf in die Airport-City und das fast unbemerkt. Der Gea-Chef heißt Jürg Oleas und wohnt in Meerbusch. Gestern gewährte Gea einen Blick in Bilanz und Aussichten. Die Gea geht nach einem Konzernumbau wieder auf Einkaufstour. "Wir werden dieses Jahr sicher mehr akquirieren als 2015", kündigte Oleas gestern an. "Es werden derzeit mehrere Sachen verhandelt." Auch die Übernahme größerer Unternehmen sei denkbar, da Gea knapp eine Milliarde Euro in der Kasse habe. Der vor allem für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie produzierende Konzern hat 2015 vier Firmen übernommen und seine Umsatz- und Ergebnisziele erreicht. Für das laufende Jahr peilt Oleas ohne Zukäufe ein moderates Wachstum an.

Bei den Anlegern kamen die Nachrichten gut an. Die Aktien schossen zwischenzeitlich um bis zu 9,6 Prozent auf 41,30 Euro in die Höhe und setzten sich damit zeitweise an die MDax-Spitze. Das war der höchste Stand seit sechseinhalb Monaten. Bei einem Umsatzplus von 1,9 Prozent auf rund 4,6 Milliarden Euro kletterte der Gewinn im vergangenen Jahr um 5,1 Prozent auf 621 Millionen Euro. Für das laufende Jahr stellte Oleas neben einem moderaten Umsatzwachstum ein bereinigtes Ebitda von 645 bis 715 Millionen Euro in Aussicht. Dabei seien Zukäufe und Einmaleffekte nicht einkalkuliert. Am Mittwoch hatte Oleas die Übernahme des italienischen Herstellers von Anlagen zur Produktion von Feingebäck, Imaforni, bekanntgegeben. Die Firma erwirtschaftete zuletzt mit rund 210 Mitarbeitern einen Umsatz von 85 Millionen Euro.

Und warum kennt die Gea keiner? Zum einen liegt es wohl daran, dass in Düsseldorf nicht produziert wird, hier sitzt lediglich die Verwaltung. Dann hat Gea das Problem, dass es schwerfällt, mit wenigen Worten zu sagen, was die Firma macht. Sich selbst bezeichnet Gea als "international tätiger Technologiekonzern, spezialisiert auf Prozesstechnik und Komponenten für die anspruchsvollen Produktionsprozesse in unterschiedlichen Endmärkten." Konkret verbergen sich dahinter 250 operativ tätige Gesellschaften die etwa Keksbackautomaten und Melkmaschinen bauen. Oder es sind die vielen Umbenennungen. Bis 2000 hieß die Gea nämlich Metallgesellschaft, danach kurz MG Technologies.

Quelle: RP
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