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Streitgespräch zum Pokalderby
Die gespaltene Redaktion

Streitgespräch zum Pokalderby: Die gespaltene Redaktion
Es kann nur einen geben: Gladbach-Fan Jan Wiefels und Fortuna-Anhänger Marc Ingel sind nicht ganz einer Meinung. FOTO: hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Das Pokalderby zwischen Fortuna und Mönchengladbach sorgt für Diskussionen am Arbeitsplatz - auch in unserer Redaktion.

Der Gang zur Arbeit dürfte am Mittwochvormittag für einen erheblichen Teil der Fußballfans im Rheinland mit sehr viel Freude oder aber mit einigem Leid verbunden sein - abhängig davon, welchem Verein man beim Pokalspiel Fortuna Düsseldorf gegen Borussia Mönchengladbach die Daumen drückt. Auch in unserer Redaktion sind die Lager gespalten. Ein (nicht ganz ernst gemeintes) Gespräch mit Fortuna-Fan Marc Ingel (50) und Gladbach-Anhänger Jan Wiefels (34) über Vorhersagen, Vorbehalte und Erinnerungen.

Jan Wiefels So gut gelaunt wie in den vergangenen Wochen habe ich dich in Sachen Fußball selten erlebt. Ohne dir die Vorfreude auf Dienstagabend zu nehmen: Ich glaube, das wird nicht von Dauer sein.

Marc Ingel Ich bin ganz optimistisch. Wir sind als Zweitligist der klare Außenseiter, haben nichts zu verlieren und zudem Heimrecht. Und da der Pokal ja bekanntlich seine eigenen Gesetze schreibt ... Da kann eigentlich nur wenig schief gehen.

Wiefels Außer vielleicht ein Platzsturm. Aber im Ernst: Fortuna hat sich toll entwickelt und ist sehr souverän in dieser Saison. Aber Gladbach kommt mit den besseren Spielern und der Erfahrung aus den internationalen Begegnungen der vergangenen Spielzeiten am Ende eine Runde weiter.

Ingel Da bin ich ja unheimlich beeindruckt. Wir sind Zweitliga-Tabellenführer, haben einen echten Lauf, die Bodenhaftung dank Trainer Friedhelm Funkel aber nicht verloren und vor allem: Das Glück ist im Gegensatz zu den vergangenen Jahren zurückgekehrt. Die Gladbacher sind schon wieder im oberen Tabellendrittel angekommen und neigen ja schnell zur Arroganz. Das ist unsere Chance.

Wiefels Ich kann mir nicht vorstellen, dass Gladbach Fortuna unterschätzt. Aber woher kommt eigentlich deine Geringschätzung für Gladbach?

Ingel Von den Grenzland-Ponys kamen vielfach Spieler zu uns, die hier urplötzlich keinen Ball mehr stoppen konnten und aus zwei Metern einen Möbelwagen verfehlten. Man denke nur an die Saison 1992/93, als Gladbach Manfred Stefes und Thomas Huschbeck zu uns abgeschoben hat. Zu behaupten, die hätten die Erwartungen in Düsseldorf nicht erfüllt, käme einer Huldigung gleich. Die Konsequenz ist bekannt: der Absturz in die Oberliga. Den hatte Horst Köppel als Trainer in der Saison davor mit dem Bundesliga-Abstieg eingeleitet - noch ein Gladbacher. Vielen Dank auch Borussia.

Wiefels Du hast Tobias Levels nicht erwähnt. Fußballerisch sicher kein Mats Hummels, aber sein Einsatz stimmte - zumindest bei Gladbach - immer. Ich kann mich an keine Ex-Fortunen erinnern, die in der jüngeren Vergangenheit größere Schäden bei Gladbach angerichtet haben.

Ingel Wie dem auch sei. Mir fällt dafür aber noch ein anderer ehemaliger Gladbacher ein, der zwar auch keine große Leuchte in Düsseldorf war, dafür aber in einem nicht ganz unwichtigen Spiel traf: dem 1:0-Sieg der Fortuna nach Verlängerung gegen Gladbach im Pokal 2012/13. Du erinnerst dich doch mit Sicherheit auch noch gerne an den Namen Nando Rafael, oder?

Wiefels Mein Gedächtnis ist sehr selektiv, Niederlagen verdränge ich aus Selbstschutz. Das richtige Derby ist für mich sowieso gegen Köln, und da kann ich mich lebhaft an fast alle Spiele erinnern. Aber Hand aufs Herz: Was ist dein Tipp?

Ingel Ich glaube, Fortuna gewinnt im Elfmeterschießen, 7:6 oder so. Ein Nervenkrimi - und ihr werdet weinen.

Wiefels Solchen Emotionen war ich zuletzt nahe, als ich mir vor einem Jahr das Zweitrunden-Pokaldebakel von Fortuna gegen Hannover 96 ansehen musste. Mit 6:1 gewinnt Gladbach am Dienstag leider nicht, aber es wird ein souveränes 2:1 - und ein schöner Gang zur Arbeit.

Quelle: RP
 
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