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Düsseldorf
Die Helfer der Bahnhofsmission

Düsseldorf. Auch junge Ehrenamtler kümmern sich um Bürger in Not. Von Daniela Gefgen

Mitarbeiter vorstellen, Berührungsängste und Vorurteile abbauen: Das leistet einmal jährlich im Düsseldorfer Hauptbahnhof der "Tag der Bahnhofsmission". Eine der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen ist Morgana Voss. Vor zwei Jahren ließ die 22-Jährige ihr Leben in Brasilien hinter sich. Sie kam nach Deutschland, vor allem um die Sprache zu lernen. Ganz unbekannt war ihr das Land nicht.

Voss - hier geboren - ging mit ihren brasilianischen Eltern als Kleinkind in deren Heimatland zurück. Ihre Tante lebt noch in Düsseldorf, daher konnte Morgana zunächst bei ihr wohnen. Da sie schon in Brasilien neben der Schule bei sozialen Projekten mitgearbeitet hatte, stand für die junge Frau fest, dass sie ein Studium mit sozialer Ausrichtung beginnen wird. "In Brasilien hatte ich Abitur gemacht, in Düsseldorf wollte ich unbedingt den Studiengang Soziale Arbeit an der Fachhochschule studieren. Das war mein absoluter Traum", erzählt Voss begeistert. Doch dann folgte die große Enttäuschung. In Deutschland wurde ihr nur die Fachoberschulreife anerkannt. Also recherchierte sie im Internet und entdeckte das Freiwillige Soziale Jahr: "Ich habe nicht lange überlegt. Ich wollte dieses Jahr unbedingt in der Bahnhofsmission absolvieren." Seit September ist sie voller Leidenschaft dabei und liebt die Vielseitigkeit ihrer Tätigkeit.

Die Mission am Hauptbahnhof bietet unter anderem eine Essensausgabe an Bedürftige, Unterstützung bei Behördenbesuchen und eine Umsteige-Hilfe für Menschen mit Behinderungen an. "Für mich ist es das Schönste, dass ich unseren Besuchern das Gefühl geben kann, dass sie wertvoll sind. Es gibt Tage mit viel Stress, aber ich könnte mir keine bessere Arbeit vorstellen", sagt Morgana. Mittlerweile kann sie sich eine Ein-Zimmer-Wohnung leisten. Bei ihrer Tante ist sie ausgezogen. Ihr Wunsch nach einem Studium oder einer Ausbildung im sozialen Bereich bleibt jedoch weiterhin unerfüllt. Davon lässt sich Voss aber nicht entmutigen: "Ich hoffe darauf, dass ich bald beweisen kann, wie wichtig mir die soziale Arbeit ist."

Quelle: RP
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