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Düsseldorf
"Die Hoffnung stirbt zuletzt"

Düsseldorf: "Die Hoffnung stirbt zuletzt"
Nina Cremer schminkt auf dem Marktplatz ihren Kollegen Niklas Heigel. FOTO: Hans-Jürgen bauer
Düsseldorf. Auch beim zweiten Auftritt der deutschen Nationalmannschaft bei der EM in Frankreich hatte das Public Viewing am Rathausplatz mit Wetterproblemen zu kämpfen. Mehrere Hundert Fans am Rathausplatz nahmen es gelassen. Von Ludwig Krause und Henning Bulka

Das größte Trikot der Stadt, die größte Bildfläche, Catering und Aktionen - eigentlich habe man alles vorbereitet, sagt Dennis Kessmeyer. "Aber in diesem Jahr ist es einfach verhext. Gegen dieses Wetter sind wir machtlos, da hätten wir sonst noch was vorbereiten können", sagt der Veranstalter des Public Viewing am Rathausplatz. Das zweite Spiel der deutschen Nationalmannschaft sollte die Wende beim Leinwandgucken bringen, nachdem der verregnete Auftakt am vergangenen Sonntag schon nicht gerade nach Maß verlaufen war. Mehr als 1000 statt der maximalen 4000 Besucher waren gekommen. "Auch wenn wir mit unseren Besucherzahlen noch deutlich besser ausgesehen haben als andere Städte", sagt Kessmeyer.

Aber auch gestern gegen Polen sind die Besucher verhalten. Tagsüber hatte es mehrfach heftig geregnet, auch zum Abend ziehen wieder dunkle Wolken auf. Der DJ spielt -wie zum Trotz - Partymusik, um die verstreuten Ankömmlinge in Stimmung zu bringen, der Blick von Kessmeyer geht in den Himmel. "Wir können froh sein, dass es jetzt gerade trocken ist", sagt er.

Impressionen vom Public Viewing in Düsseldorf FOTO: Henning Bulka

Mehrere Hundert Menschen kamen am Donnerstagabend - dass es am Konzept und nicht am Wetter liegen könnte, daran glaubt der Veranstalter nicht. "Wir bräuchten einfach nur ein paar warme Tage am Stück", sagt er. "Die Hoffnung stirbt zuletzt." In anderen Städten habe man bereits bewiesen, wie gut Public Viewing funktionieren könne. "Ich glaube auch daran, dass das in Düsseldorf, hier am Rathausplatz, funktionieren kann."

Die Fans am Jan-Wellem-Reiterdenkmal nehmen es gelassen. "Wir haben genug Regenschirme dabei, außerdem haben wir uns einen überdachten Platz am Getränkewagen gesichert", sagt Nina Cremer. Die 32-Jährige ist mit Freunden, stilecht im Trikot und mit Deutschland-Schminke im Gesicht gekommen. Der Schirm leistet im Laufe des Spiels gute Dienste, denn Mitte der ersten Halbzeit setzt wieder Regen ein. Besucher Sebastian Snitzelaar meint, dass sich die Veranstaltung einfach etablieren müsste. "Natürlich wollen nicht alle Eintritt zahlen. Aber das ist ja immer so bei Dingen, die noch neu sind. Bei dem Wetter bleiben viele wohl auch lieber zu Hause", sagt der 32-Jährige.

Fotos: Boateng verschätzt sich, Milik köpft danaben FOTO: afp

Mehr los als beim Public Viewing ist währenddessen in der Altstadt, doch auch dort macht sich das wechselhafte Wetter deutlich bemerkbar. Begehrt sind eher die Plätze in den Kneipen als auf der Straße. Geguckt wurde auch in anderen Orten der Stadt. So auch in Bilk: Milan und Klemens haben schon bei der WM 2014 die Deutschlandspiele im Boui Boui Bilk geschaut. "Hier ist es gemütlich, es gibt gutes Bier, gutes Essen", sagt Milan. Klemens tippt 3:2 für Deutschland, Milan 2:1 - das tatsächliche Endergebnis (0:0) hielten beide nicht für möglich. Corinna und Katharina sind zum ersten Mal beim Public Viewing im Boui Boui Bilk. "Wir wollten nicht in die Altstadt, da ist es uns zu voll."

Quelle: RP
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