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Neues Buch über die Düssel
Die kleine Schwester des Rheins

Die kleine Schwester des Rheins
Die kleine Schwester des Rheins FOTO: unknown
Düsseldorf. Aus einem Projekt im Stadtmuseum ist ein Buch über die Düssel mit vielen Bildern entstanden. In vielen Bildern zeigen die Autoren vertraute und ganz neue Ansichten des Flusses Von Sonja Schmiitz

Der große starke Rhein präsentiert sich wie ein Star. Die Düssel, die der Stadt ihren Namen gab, ist dagegen eher so etwas wie eine unauffällige Begleiterin. Mal fließt sie unterirdisch im Verborgenen, durchfließt Weiher und Teiche, um sich an prominenter Stelle wie dem Kö-Graben wieder zu zeigen. Ein anderes Mal fragt man sich, ob man nun gerade vor der Düssel oder einem ihrer Seitenarme, etwa dem Kittel- oder dem Brückerbach steht. Die Düssel ist ein Fluss, der nicht so einfach zu fassen ist, der die Neugier reizt - ein schönes Entdecker-Objekt.

Das dachten sich auch die Keyworker des Stadtmuseums. Sie sind ehrenamtlich engagierte Bürger, die sich in verschiedenen Projekten mit der Stadt auseinandersetzen. Deren Ergebnisse bereichern anschließend das Museum mit Ausstellungen. Nach der Beschäftigung der Keyworker mit der Düssel entstand nun auch ein reich bebildertes Buch mit dem Titel "Düssel - Stadt Land Fluss". Darin können Leser und Betrachter die Spurensuche der Düsseldorfer nacherleben.

Bei den Fotos, die 17 Keyworker für das Buch beisteuerten, finden sich Ansichten der Düssel, die in der Landeshauptstadt ein schöner aber auch vertrauter Anblick sind, wie die im Hofgarten oder im Volksgarten. Andere Bilder, wie die rote Brücke über der Düssel in Erkrath kennen viele Düsseldorfer eher nicht. Gleiches gilt wohl für einige Aufnahmen aus dem Neandertal. Wer sich über das Bild wundert, bei dem nachgezüchtete Auerochsen im Düsseltal aus dem Flüsschen trinken, erfährt im folgenden Kapitel von dem Wildgehege neben der Steinzeitwerkstatt des Neandertalmuseums. Auf diese Weise gibt es im Buch immer wieder Bilder, die zu Ausflügen und Spaziergängen entlang des 40 Kilometer langen Flusslaufs inspirieren.

Und so zieht das Buch den Leser in den Bann, man beginnt zu blättern, bleibt in einem der begleitenden Kapitel hängen. Sechs davon hat der ehemalige RP-Redakteur Michael Brockerhoff verfasst, in drei Kapiteln erzählen Keyworker eine Geschichte. In "Als die Düssel rot wurde" erzählt Marion Portz-Kube ein Kindheitserlebnis von Helga Flux. Vor der Dammer Mühle stand das Wasser so hoch, dass die Kinder darin schwimmen konnten. Groß war die Überraschung, als sich einmal das Wasser rot verfärbt hatte, weil Gerbereien und Färbereien ihre Abwässer in die Düssel geleitet hatten. Im Winter waren die Schleusen nicht richtig geschlossen worden, das Wasser floss über die Felder, so dass die Kinder dort Schlittschuhlaufen konnten.

Insgesamt 23 Mühlen lagen an der Düssel. Ihnen ist im Buch ein eigenes Kapitel gewidmet. In 18 davon wurde Korn gemahlen, in den anderen beispielsweise Öl aus Raps gepresst oder Steine zu Split für den Straßenbau zertrümmert. In der Stadt weist der Name der Mühlenstraße noch auf einen ehemaligen Mühlenstandort hin. Kurz vor dem Neandertal ist die Winkelsmühle heute ein beliebtes Ausflugsziel mit einem Rastplatz für Wanderer. "Dort ist das Rauschen der Düssel im Kanal noch gut zu hören und lässt erahnen, warum der Fluss Thussela, die 'Brausende' genannt worden ist", heißt es im Buch. Damit die Düssel nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen ist, hat sich die Stadt die Renaturierung zur Aufgabe gemacht und holt, wo es möglich ist, den Fluss in sein altes Bett.

Quelle: RP
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