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Mottowochen in Düsseldorf
Die letzte Schulwoche wird gefeiert
Mottowoche: 50er-Jahre-Tag am Comenius-Gymnasium
Mottowoche: 50er-Jahre-Tag am Comenius-Gymnasium FOTO: Elena Wagner
Düsseldorf. Bereits bevor sie ihre Zulassungen in den Händen haben, feiern die Abiturienten ihre letzte Schulwoche ausgelassen. Bei den so genannten Mottowochen verkleiden sich die meisten Schüler fünf Tage lang zu wechselnden Themen – und feiern damit bereits jetzt ihre neu gewonnene Freiheit. Von Ina Lauer

Aus den Boxen dröhnt laut Musik auf den Schulhof. Zu fernöstlichen Klängen lassen besonders die Schülerinnen ihre Hüften kreisen – sie wollen gewinnen beim Bauchtanz-Wettbewerb. Am dritten Tag der Mottowoche ist der Orient am Goethe-Gymnasium eingekehrt.

Bauchtänzerinnen, Scheiche und Aladine tanzen ausgelassen – bis die Musik plötzlich stoppt. „Liebe Unterstufenschüler, die Pause ist vorbei“, kündigt Abiturient Alexander Plein trotz zahlreicher Proteste der Jüngeren übers Mikrofon an. Die Gymnasiasten müssen zurück in den Unterricht.

„Die Schüler gehen sehr verantwortungsbewusst mit den Mottotagen um“, sagt Schulleiter Ralf Schreiber. „Es ist toll, dass auch die jüngeren Schüler mit eingebunden werden.“ In den vergangenen Jahren sei das nicht immer so gewesen, erklärt Alexander Plein. Er koordiniert gemeinsam mit Jacqueline Yelegen die Mottotage. „Wir wollen mit unserem Pausenprogramm die Schüler bei Laune halten. Sie sollen sich auf den eigentlichen Abi-Scherz am Freitag freuen“, sagen die Organisatoren.

Ähnlich sieht das auch Claudia Haupt, Schulleiterin am Suitbertus-Gymnasium in Kaiserswerth: „Die Schüler sollen an diesen Tagen nicht nur sich selbst feiern.“ Friedliches Feiern wird genehmigt. Unterrichtsstörungen und Alkohol dagegen sind Tabu. Da in Essen bereits im vergangenen Jahr die Verkleidungstage aus dem Ruder gelaufen sind, gibt es dort an einigen Schulen Verbote.

Ähnlich wie an Karneval schlüpfen die Abiturienten an den Mottotagen in andere Identitäten. Verkleiden sich mal in Anlehnung an ihre Kindheit als Superhelden, Prinzessinnen oder Hexen, mal stellen sie verschiedene Nationalitäten dar oder fiese Schurken. „Im Vordergrund steht natürlich die Freude, etwas in Gemeinschaft zu erleben“, sagt Stefan Drewes, Leiter der Schulpsychologischen Beratungsstelle. „Aber auch, dass die Schüler sich an diesen Tagen gegen die Autoritäten auflehnen.“

Laut Drewes stellen die Mottos aber auch gewisse Rituale dar. Besonders beliebt ist bei den Abiturienten beispielsweise seit Jahren das Motto „Helden der Kindheit“. „Gerade daran kann man ein gewisses Ritual der Schüler erkennen. Sie erinnern sich noch einmal an die eigene Kindheit, erkennen damit aber auch, dass die Zeit nun vorbei ist“, sagt Drewes. „Das ist der Übergang ins Erwachsenwerden.“

An den Düsseldorfer Schulen wie dem Görres-, Suitbertus-, St. Ursula- und Goethe-Gymnasium hält in diesem Jahr der amerikanische Tanz-Trend „Harlem Shake“ Einzug. Zunächst sieht es so aus, als wollen Minnie Mouse, Superman, Pipi Langstrumpf und das Krümelmonster gemeinsam ein Klassenfoto stellen. Geordnet stehen die Schüler zum Gruppenfoto parat – bis ein als Banane verkleideter Schüler zu tanzen beginnt. Wenig später ist das Tanz-Video im Internet zu sehen. „So werden die Schüler nicht nur an der eigenen Schule bewundert, sondern auch darüber hinaus wahrgenommen“, meint Drewes.

Quelle: ila
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