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Serie Mein Laden
Die Lieblingstante mit dem Spielzeugladen

Serie Mein Laden: Die Lieblingstante mit dem Spielzeugladen
Passend zum Spielschiff gibt es in Beatrix Rosenbergs Spielzeugladen natürlich auch eine Kapitän-Handpuppe. FOTO: anne orthen
Düsseldorf. Beatrix Rosenberg betreibt seit 18 Jahren das Spielschiff. Für viele Kinder ist ihr Beruf einfach nur faszinierend. Von Nicole Kampe

Pempelfort Manchmal wird Beatrix Rosenberg einfach nur mit großen Augen angeschaut, zwischen Faszination und Bewunderung schwanken die meisten ihrer Kunden, die zur Kaiserswerther Straße kommen. Für ihre Nichten, Neffen und Nachbarskinder war Rosenberg immer die Lieblingstante. Denn die 55-Jährige hat das, wovon viele Kinder träumen: einen eigenen Spielzeugladen. 1999 eröffnete sie das Geschäft, damals an der Parkstraße. Im Stadtteil ist die ausgebildete Erzieherin geblieben, vor fünf Jahren aber an die Ecke Nordstraße gezogen, um ein bisschen mehr Platz zu schaffen für die vielen Sachen.

Immerhin sind bis zu 12.000 Posten in ihrem Computer gespeichert, die meisten davon lagern auch in ihrem Geschäft, das sie Spielzeugschiff taufte. Mit dem Namen zog ein Schiff ein, eine echte Jolle stand früher zwischen Sandspielzeug und Bauklötzen. "Irgendwann habe ich eins bauen lassen, das ein bisschen kleiner ist", erzählt die Inhaberin. Auf dem die Kinder toben können, sich verstecken, spielen. "Die meisten Erwachsenen erinnern sich an den Spielzeugladen aus der Kindheit", sagt Rosenberg. So eine Erinnerung möchte sie auch für heutige Generationen schaffen. Angefangen bei der kleinen Murmel über Brettspiele bis hin zum Holz-Schaukelpferd finden die Kunden im Spielschiff alles, was Spaß macht.

In den 90ern leitete Beatrix Rosenberg eine Kindertagesstätte, suchte aber nach einer beruflichen Veränderung. Während ihrer Ausbildung verdiente sich die heute 55-Jährige ein paar Euro dazu, jobbte in einem Spielzeugladen. Obwohl ihr der kaufmännische Hintergrund fehlte - "da musste ich einiges nachholen", sagt Rosenberg - nutzte sie ihr Wissen über Kinder und eröffnete das Spielschiff. Mit einer Aushilfskraft startete sie, heute beschäftigt Beatrix Rosenberg mehr als ein Dutzend Angestellte. Auch wenn das Geschäft nicht einfacher geworden ist, "die Branche ist stark ins Internet abgewandert". Dazu verkaufen Supermärkte und Kaffeeketten Spielzeuge, zu Dumpingpreisen, "das zahle ich nicht mal im Einkauf". Rosenberg aber glaubt an die Qualität ihrer Spielsachen, "ich setze auf Holz und weniger Merchandising". Star Wars-Figuren oder Minions finden Kinder selten in den Regalen. Wichtig ist, sagt Rosenberg, dass es immer mal wieder etwas Neues im Sortiment gibt, so wie die Kunststoff-Trinkflasche, die zusammengefaltet werden kann.

Für solche Trends kommen dann weniger Kinder zu ihr als Erwachsene, die manchmal sogar selbst noch nach Schätzen Ausschau halten. "Käthe Kruse Puppen zum Beispiel, für die sie früher kein Geld hatten", sagt die Inhaberin. Vermutlich flossen damals Tränen, so wie es heute noch immer passiert. Kleine Dramen können sich abspielen, manche wollen gar nicht mehr raus aus dem Laden. "Dann versuchen wir die Kinder zu locken, mit einem Luftballon oder Aufklebern", sagt Rosenberg.

Quelle: RP
 
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