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Serie Macher Vom Rhein
Die Makler für Kurzzeit-Mieten

Serie Macher Vom Rhein: Die Makler für Kurzzeit-Mieten
Giannis Paraskevopoulos und Philip Schur (v.l.) haben das Start-up-Unternehmen Brick Spaces gegründet. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Philip Schur und Giannis Paraskevopoulos vermitteln mit der Firma Brick Spaces leerstehende Ladenlokale für kurze Zeiträume. Von Holger Lodahl

Als an prominenter Stelle der Königsallee vor einigen Monaten ein Gastronomiebetrieb seine Geschäfte aufgab, drohte etwas, was an der Noebelmeile eigentlich undenkbar ist: ein Leerstand. Dass die Kö um diesen Makel noch einmal herumkam, ist Philip Schur und Giannis Paraskevopoulos zu verdanken. Mit ihrem Start-up-Unternehmen Brick Spaces vermitteln sie leerstehende Ladenlokale für einen beschränkten Zeitraum an Mieter, die nur vorübergehend einen Platz brauchen, um etwas zu verkaufen, zu präsentieren oder dort zu arbeiten. Dieses zeitlich beschränkte Geschäftsmodell heißt Pop-up, was auf Deutsch etwa "plötzlich auftauchen" heißt.

So war es auch an der Königsallee. Nach dem Aus für das Lokal wandte sich der Besitzer an Brick Spaces, weil der neue Mietvertrag erst einige Wochen später beginnen sollte. Und großzügige Räume an der Prachtstraße könnten doch sicher auch für ein paar Wochen genutzt werden? Brick Spaces fand schnell einen Interessenten: So kam es, dass in das Ex-Lokal zwischen dem Hotel InterContinental und einem Luxus-Fitnessclub teure Autos der Marke Jaguar und Land Rover einfuhren und von solventen Interessenten begutachten wurden.

Die Geschäfte laufen gut bei Brick Spaces. "Wir haben von Monat zu Monat mehr Anfragen", sagt Philip Schur, 25 Jahre alt. Sitz der Firma ist ein etwa 150 Quadratmeter großes Büro in einem Hinterhof an der Volmerswerther Straße. Der recht schmucklose Raum besteht aus einer Einbauküche und zwei schlichten Tischen - mehr braucht es nicht für ein junges Start-up, das mit seinen Kunden hauptsächlich online kommuniziert.

Schur und Giannis Paraskevopoulos (26) hatten sich vor sechs Jahren im BWL-Studium kennengelernt. Für ihre Bachelor-Arbeit wählten sie das Thema "Selbstständigkeit mit gesundem Fast Food". Weil ihnen in der Gastronomie die Erfahrung fehlte, wollten sie für einige Wochen ihr Konzept testen. Aber wo? Eine Plattform, die temporär Lokale vermietet, gab es nicht. Und so war die Idee geboren: für ein Verzeichnis, in dem Vermieter ihren zeitlich begrenzten Leerstand melden, so dass Interessenten kurzfristig und zeitlich beschränkt diese Räume nutzen können. Für ihre Idee nahmen sich die beiden jungen Männer nicht viel Zeit. Nur die wichtigsten Punkte fassten sie zusammen: Gibt es Nachfrage? Ist ein Wachstum möglich - überregional wie international? Gibt es einen Investor? Weil die Antwort auf alle diese Fragen "ja" lautete, legten sie los und bauten eine Website - noch heute das wichtigste Instrument für die Kunden. Erst einmal hieß es aber: "Klinkenputzen ohne Ende", sagt Giannis Paraskevopoulos. Einer der ersten Kunden war dann der Inhaber eines Mode-Showrooms an der Kaiserswerther Straße. Brick Spaces konnte für ihn einen Interessenten gewinnen, der die wenigen Quadratmeter auch außerhalb der Mode-Orderwochen nutzte.

Inzwischen sind die Projekte des jungen Unternehmens schon größer und bei weitem nicht nur auf Düsseldorf beschränkt. "Kö, Ku-Damm, Schildergasse - wir haben Kunden in 1A-Lagen", sagt Schur. Wie eben das Luxus-Wagen-Projekt von Jaguar und Land Rover an der Königsallee. Die Karossen haben ihren Pop-up-Store verlassen, es ist wieder ein Restaurant eingezogen.

Die Brick-Spaces-Geschäftsgründer bewältigen ihre Projekte nicht mehr allein. Zwei Festangestellte sowie Praktikanten und Studierende arbeiten mit. Dennoch sind Philip Schur und Giannis Paraskevopoulos pro Tag gute zehn Stunden für ihre Firma beschäftigt. "Das kommt uns aber nicht wirklich wie Arbeit vor", sagen sie. "Wir brennen für unser Projekt."

Quelle: RP
 
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