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Stadtgestaltung in Düsseldorf
Die Mauer für "Ingenhoven-Tal" wird abgebaut

Stadtgestaltung in Düsseldorf: Die Mauer für "Ingenhoven-Tal" wird abgebaut
Die denkmalgeschützte Mauer wurde gestern abgebaut. Sie war im vergangenen Jahr beim Graffiti-Festival "40 Grad" bemalt worden. FOTO: anne orthen
Düsseldorf. Wie mit der denkmalgeschützten Wand umzugehen ist, ist neben vielen anderen Punkten in dem städtebaulichen Vertrag geregelt, den Stadt und Investoren für den Gustaf-Gründgens-Platz schließen. Heute ist das Thema im Stadtrat. Von Denisa Richters

Der Grundsatzbeschluss, den Rand des Gustaf-Gründgens-Platzes nach einem Entwurf von Christoph Ingenhoven zu bebauen, wurde bereits im April 2014 gefasst. Demnach entsteht entlang der Schadowstraße ein etwa 100 Meter langer und bis zu 26 Meter hoher Gebäuderiegel sowie daneben ein Pavillon. Dessen Rasendach und die begrünten Fassadenteile des Gebäuderiegels ergeben zusammen wegen ihrer Schrägen das "Ingenhoven-Tal".

So soll das neue Gebäude aussehen. Eine Begrünung des "Ingenhoven-Tals" ist vertraglich vorgeschrieben. FOTO: ingenhoven

Frisch im Amt des Oberbürgermeisters hat Thomas Geisel (SPD) den Preis nachverhandelt - die Investoren zahlen jetzt mit 67,3 Millionen Euro in zwei Tranchen fast das Doppelte, erwerben dafür aber mit rund 10.000 Quadratmetern nahezu den gesamten Platz. Auch in den vergangenen Monaten wurde verhandelt - diesmal über den städtebaulichen Vertrag, in dem Rechte und Pflichten für die Investoren auf der einen und die Stadt auf der anderen Seite. Im Stadtrat steht heute im öffentlichen Teil der Bebauungsplan zum Kö-Bogen II auf der Tagesordnung, im nicht-öffentlichen soll es um Details des Vertrags gehen.

Mauer Einige Wandelemente am Rand des Platzes waren von der Landeskonservatorin als Teil des denkmalgeschützten Schauspielhaus-Ensembles eingestuft worden. Um das Projekt zu verwirklichen, müssen sie weichen - aber nur unter der Auflage, dass sie dokumentiert und eingelagert werden. Der Abbruch hat gestern begonnen.

Mauer am Gustaf-Gründgens-Platz sorgt für Kontroverse FOTO: dpa, mg skm soe

Tiefgarage Laut Verwaltungsvorlage ist im Bauantragsverfahren zur Tiefgarage noch die wasserrechtliche Genehmigung zu klären, die Unbedenklichkeit liege noch nicht vor. Denn in dem Bereich verlaufen Grundwasserströme Richtung Rhein. Die könnten durch die fünfgeschossige Tiefgarage mit 629 Stellplätzen beeinflusst werden. Die Verwaltung verweist darauf, dass ein Geschoss der Garage mit 121 Plätzen entfallen könnte. Die verbleibenden Stellplätze reichten für einen Nachweis aus - zumal die ÖPNV-Verbindung optimal sei und es in der direkten Umgebung viele Parkhäuser gebe.

Fassaden-Begrünung Die Investoren (und bei einem Verkauf deren Nachfolger) müssen die Begrünung der Fassaden und des Rasendachs den Vorgaben des Begrünungskonzepts entsprechend garantieren - und das für 99 Jahre. Sollte dies unter Nachweis von Fachgutachten nicht möglich sein, muss ein alternatives Begrünungskonzept entwickelt und der Stadt vorgelegt werden. Dabei sei der optische Gesamteindruck des "Ingenhoven-Tals" zu wahren. Sollte dies nicht erfüllt werden, kann die Stadt nach einer Frist den Ersatz auf Kosten der Investoren selbst vornehmen.

Neue Simulationen vom Kö-Bogen II FOTO: Centrum Group

Schauspielhaus Die Investoren verpflichten sich, für Proben und Aufführungen des Stücks "Der Sandmann" im Frühjahr 2017 "keine erschütterungsintensiven Maßnahmen" durchzuführen und diese innerhalb von 18 Monaten ab dem Übergabetag komplett abzuschließen durchzuführen. Außerdem müssen sie einen rund 46 Quadratmeter großen Pavillon errichten, in den - zur Miete - unter anderem der Kassenbereich des Theaters sowie Gastronomie einziehen sollen. Es soll ferner versucht werden, mit dem Betreiber der Tiefgarage günstige Parkpreise für Schauspielhaus-Besucher herauszuhandeln.

Platz Die Stadt hat das Recht, den Gründgens-Platz weiterhin öffentlich zu nutzen und zu gestalten.

Quelle: RP
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