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Düsseldorf
Die Naturdenkmäler der Stadt

Düsseldorf: Die Naturdenkmäler der Stadt
Die Lindenallee an der Burgallee in Kaiserswerth zählt zu den Düsseldorfer Naturdenkmälern. FOTO: Anne Orthen
Düsseldorf. Von den "Frauensteinen" im Aaper Wald bis zur Burgallee in Kaiserswerth: Derzeit gibt es in der Stadt 41 besondere "Einzelschöpfungen der Natur". Von Julia Brabeck

Vor fast einem Jahr hat Düsseldorf eines seiner wenigen Naturdenkmäler verloren. Die weit über die Stadtgrenze hinaus bekannte, rund 200 Jahre alte Himmelgeister Kastanie war so schwer erkrankt, dass im Dezember die abgestorbenen Äste des mittlerweile einsturzgefährdeten Baumes gestutzt werden mussten. Übrig blieb nur der Baumstamm, der zu einem hölzernen Kunstwerk umgestaltet wurde. "Der Status als Naturdenkmal ist damit allerdings verloren gegangen", sagt Doris Törkel, Leiterin des Gartenamtes. Denn was ein Naturdenkmal ist, ist genau festgeschrieben, und es muss mehrere Voraussetzungen erfüllen und immer ein natürlich entstandenes Naturereignis sein.

Das Landschaftsgesetz Nordrhein-Westfalen definiert ein Naturdenkmal als "Einzelschöpfungen der Natur, deren besonderer Schutz aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen oder erdgeschichtlichen Gründen oder wegen ihrer Seltenheit, Eigenart oder Schönheit erforderlich ist". Außer Bäumen können etwa auch geologische Formationen, Steine oder Erdschichten als Naturdenkmal ausgewiesen werden. Törkel: "Sie genießen den gleichen strengen Schutz wie Naturschutzgebiete."

Bei den Frauensteinen im Aaper Wald handelt es sich um Quarzitblöcke. Auch sie sind eines von 41 Naturdenkmälern in der Stadt. FOTO: Hans-Jürgen Bauer

In Düsseldorf gibt es 41 Naturdenkmäler. Darunter befinden sich die unter dem Namen "Sieben Frauensteine" bekannten Quarzitblöcke im Aaper Wald, die älteste Eiche von Düsseldorf, die 1679 im privaten Park von Gut Bruchhausen in Hubbelrath gepflanzt wurde, und die beiden rund 150 Jahre alten imposanten Libanon-Zedern am Kölner Weg, die aus dem Mittelmeerraum stammen und bis zu 900 Jahre alt werden können. "Die Zedern mag ich besonders, denn sie stehen vor einer tollen Kulisse", sagt Törkel.

Bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts erwachte in Deutschland das Interesse an alten, außergewöhnlichen oder besonders seltenen Bäumen. Gesetzlich verankert wurde der Naturschutz 1919. In der Weimarer Verfassung hieß es: "Die Denkmäler der Kunst, der Geschichte und der Natur sowie die Landschaft genießen den Schutz und die Pflege des Staates." In den 1980er Jahren wurden in NRW Landschaftspläne erstellt und darin alle Naturdenkmäler erfasst. "Diese Liste ist aber nicht statisch, sondern es können immer noch weitere Denkmäler aufgenommen werden", sagt Törkel.

Die Esskastanie am Trotzhof am Rotthäuser Weg in Gerresheim wurde 1848 gepflanzt. FOTO: Hans-Juergen Bauer

Das kommt aber eher selten vor, denn in der Regel sind besondere und sehr alte Pflanzen oder Gesteinsformationen längst bekannt. Eher verkleinert sich die Liste, da beispielsweise Bäume durch Krankheit, Sturm oder Feuer wegfallen. Deshalb werden bei den verbliebenen Naturdenkmälern große Anstrengungen unternommen, diese zu erhalten. In Kaiserswerth beispielsweise gehört die Lindenallee an der Burgallee zu den Düsseldorfer Naturdenkmälern. Dort stehen die Bäume aber auf einem über 100 Jahre alten Deich, der nicht mehr den Ansprüchen an modernen Hochwasserschutz genügt und saniert werden soll.

Normalerweise werden bei solchen Arbeiten Bäume vom Deich komplett entfernt, da ihre Wurzeln dem Bauwerk schaden. Entlang der Kaiserpfalz soll aber die beliebte Lindenallee erhalten bleiben, auch wenn das viele Nachteile mit sich bringt und die Sanierung kompliziert gestaltet. Geprüft wird zurzeit, ob der Deich durch eine Spundwand verstärkt werden kann, die zwischen die beiden Baumreihen eingelassen wird. "Die Allee ist unter anderem in die Liste aufgenommen worden, da sie das Ortsbild prägt", sagt Törkel.

Zuständig für Naturdenkmäler ist in Düsseldorf das Gartenamt. Mitarbeiter der Landschaftspflegestation Hexhof kontrollieren regelmäßig den Zustand der besonderen Bäume und Gesteinsformationen und fordern bei Bedarf private Besitzer zur Pflege auf. Gekennzeichnet sind alle Denkmäler mit einer Plakette, auf der sich das Wappen von NRW befindet. Einige Stätten sind auch mit Hinweistafeln versehen, wie das beispielsweise bei den "Sieben Frauensteinen" der Fall ist. "Aber egal ob Naturdenkmal oder nicht, vor alten, gewaltigen Bäumen stehe ich immer staunend davor", sagt Törkel.

Quelle: RP
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