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Die Polizei bekam jetzt einen Hinweis
Die Spur der Diamanten-Bande

Die Polizei bekam jetzt einen Hinweis: Die Spur der Diamanten-Bande
Der Pressebericht über die Einsätze der Polizei beim Jahreswechsel umfasst mehrere Seiten. FOTO: rpo, Johannes Bornewasser
Nach ihrem Diebstahl bei Kö-Juwelier Hornemann sind die Täter verschwunden. Aber der Polizei bekam jetzt einen Hinweis: Die Gruppe kommt aus Südamerika. Die gestohlenen Diamanten sind ungewöhnlich groß. Von Hans Onkelbach

Als Martin Winckel (46, Juwelier-Warndienst) am Mittwoch von dem Diebstahl an der Kö hörte und zwei Tage später die Fotos der Überwachungskameras sah, da wusste er sofort: "Das sind keine neuen Gesichter, sondern alte Bekannte!" Winckel, aus einer Schmuckhändler-Familie stammend, hat selbst diesen Warndienst gegründet, dem heute mehr als 400 Teilnehmer angehören. Über alle Ländergrenzen hinweg sammelt und verteilt er Informationen über Diebstähle und Überfälle in der Branche. Er hat eine riesige Datei mit Fotos und Details über die Gangster angelegt, die seine Kollegen im Laufe der Jahre bestohlen oder beraubt haben.

In dieser Datenbank gibt es auch Fotos der Bande, die am Mittwoch in Düsseldorf zuschlug. Winckel ist ganz sicher, dass es sich um die selben Täter handelt. 2005 sind sie aufgefallen, als sie einen Juwelier in einer Schweizer Großstadt mit einem Trick um einige wertvolle Stücke erleichterten. Die Vorgehensweise war ähnlich der in Düsseldorf, heißt es.

Nach den vorliegenden Erkenntnissen kommen die fünf oder sechs Mitglieder der Gruppe aus Süd-amerika. Das sei an der Hautfarbe und Indio-ähnlichem Gesichtsschnitt zu erkennen. Winckel ist fast sicher, sogar ihre Namen zu wissen. Dazu will er sich aber nicht näher äußern.

Nach seinen Erfahrungen ist die Gruppe weltweit unterwegs. Geschäfte mit passender Beute werden, so seine Einschätzung, gründlich ausspioniert, die in Frage kommenden Stücke werden regelrecht ausgesucht. Die dazu erforderlichen Fachkenntnisse sind vorhanden. Winckel: "Das sind absolute Profis, die machen nichts anderes!" Ob man dann mit vier, fünf oder sechs Leuten auftrete, hänge von der Menge des abzulenkenden Personals, also vom Aufwand ab.

Die Beute bleibt nach dem Coup nur für Sekunden beim Dieb selbst, berichten Kenner der Szene. Normalweise wartet unmittelbar am Tatort ein Komplize, der das Stück übernimmt und verschwindet. Wird der Dieb selbst festgehalten und durchsucht, ist er sauber - ihm die Tat nachzuweisen ist dann nahezu unmöglich, wenn die Überwachungskameras nicht eindeutige Bilder liefert. Zur Tatausführung gehört es deshalb auch, den Blickwinkel der Kamera zu verdecken, weil damit eine spätere Zuordnung der Tat nicht mehr möglich ist.

Die beiden bei Hornemann gestohlenen Ringe sind nach Ansicht Winckels Stücke mit ungewöhnlich großen Steinen. Die Karat-Zahl jedes Steins sei zweistellig, meint der Fachmann. Steine dieser Größe seien weltweit selten und entsprechend schwer verkäuflich. Die Diebe versuchen das ohnehin nicht selbst, sondern nutzen Fachleute. Gute Chancen, solche auffallenden Juwelen auf den Markt zu bringen, gebe es dort, wo der Diebstahl nicht in den Medien verbreitet wurde. Es gilt als sicher, dass die Steine herausgelöst und erst dann angeboten werden. Bei den Hornemann-Ringen handelt es sich um zwei Diamanten - einen mit Brillant- und einen mit Smaragdschliff.

Die Polizei fahndet seit Mittwochabend nach den Tätern. Hinweise von Zeugen erbittet man unter Telefon 8700.

 
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