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Düsseldorf
Die Stadt investiert in die Förderschulen

Düsseldorf: Die Stadt investiert in die Förderschulen
Ihre Förderschule wächst: Jungen und Mädchen der Franz-Marc-Schule in Gerresheim FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. An Standorten mit Schwerpunkt Geistige Entwicklung steigen die Schülerzahlen. Von 1067 Jungen und Mädchen an Regelschulen wollten innerhalb eines Jahres 41 zurück an eine Förderschule. Von Jörg Janssen

Der Anteil der Kinder mit Förderbedarf an Regelschulen steigt. Dennoch wird es in Düsseldorf auch künftig besondere Schulen für Kinder mit Handicap geben. "Wir halten an den Förderschulen fest", sagt Schuldezernent Burkhard Hintzsche. Ohne Probleme verläuft die Inklusion freilich nicht. Die wichtigsten Fakten im Überblick.

Welche Schulform nutzen Kinder mit besonderem Förderbedarf? Rund 2950 Düsseldorfer Jungen und Mädchen brauchen eine besondere Unterstützung in den Bereichen Lernen, emotionale und soziale Entwicklung, Sprache, geistige Entwicklung, Sehen und Hören. Ein gutes Drittel (1067) nutzt inzwischen die Angebote des Gemeinsamen Lernens an Regelschulen. Davon wechselten auf Antrag der Eltern zwischen März 2016 und März 2017 genau 41 Jungen und Mädchen zurück an eine Förderschule. Im gleichen Zeitraum entschieden sich 37 Förderschüler in das gemeinsame Lernen zu wechseln.

Wie entwickeln sich die Zahlen an den Förderschulen? Das hängt vom Förderschwerpunkt ab. Beim Schwerpunkt Lernen/emotionale und soziale Entwicklung sind die Schülerzahlen rückläufig. Sie sanken von 744 (2014/15) auf 585 im laufenden Schuljahr. Im Bereich Sprache ist die Tendenz gleichbleibend. Im Bereich Geistige Entwicklung steigen die Zahlen. "Als ich vor 20 Jahren hier begann, gab es 89, heute sind es 180 Jungen und Mädchen", sagt Susanne Lamche, kommissarische Leiterin der Franz-Marc-Schule am Lohbachweg. Aktuell wird die Mensa (mit Aula) grundsaniert und ausgebaut. Außerdem soll ein Neubau mit zusätzlichen Klassenräumen entstehen. "Das wird im nächsten Schulbau-Paket stehen", sagt Hintzsche.

Was funktioniert nicht so gut? Probleme bereiten vor allem fehlende Sonderpädagogen. "Die Stellen sind da, aber wir gehen für Düsseldorf davon aus, dass sie nur zu rund 80 Prozent besetzt sind", sagt Antje Schuh, Sprecherin der stadtweiten Schulpflegschaft EDS. Diese Größenordnung bestätigt Susanne Lamche. Dieses Manko betrifft Förder- und Regelschulen gleichermaßen. "Es gibt einfach nicht genug Sonderpädagogen", sagt Klaus-Peter Vogel, Leiter der Hauptschule an der Bernburger Straße.

Was sagen die Eltern? Grundsätzlich ist die Aufgeschlossenheit gegenüber dem gemeinsamen Lernen groß. "Dass der Schwache zum Bremsklotz wird, ist für mich kein Argument gegen Inklusion, denn Rücksicht auf die weniger Begabten zu nehmen, ist auch in reinen Regelklassen eine Selbstverständlichkeit", sagt Birgit Tholl, deren Kinder die Elsa-Brandström-Grundschule besuchen. Trotzdem sieht sie ein Problem. "Die Klassen sollen von 29 auf 30 oder 31 Kinder wachsen. Wenn dann noch Sonderpädagogen fehlen, kann Inklusion nicht gelingen." Konsequenzen aus solchen Bedingungen hat Svenja Kruse-Glitza, die drei Kinder hat, gezogen. Als ihre gehandicapte Tochter Franka mit der (Regel-)Grundschule fertig war, meldete sie das Mädchen in der Förderschule für geistige Entwicklung an. "Dort geht sie nicht unter und erhält genau, was sie für eine optimale Entwicklung braucht."

Quelle: RP
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