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Rund Ums Rathaus
Die Stadt und ihre Immobilien

Düsseldorf. Es ist erst einige Jahre her, dass in NRW das kommunale Haushaltssystem von Kameralistik auf Doppik umgestellt wurde. Vereinfacht gesagt, berechnet das Rathaus jetzt wie ein Kaufmann seine Finanzen.

Vorangegangen war der Umstellung eine Art monströse Erst-Inventur: Die Stadt musste alles in ihrem Besitz - vom Fisch im Aquazoo bis zu Brücken oder dem Schlossturm - erfassen und bewerten. Das meiste hatte Symbolkraft, war von den tatsächlich erzielbaren Einnahmen durch Verkauf weit entfernt - die Jan-Wellem-Statue vor dem Rathaus zum Beispiel wurde mit nur einem Euro taxiert. Keine Frage, dass dafür weitaus mehr Geld fließen würde.

Doch so schlecht kann die Finanzlage der Stadt gar nicht, dass jemand ernsthaft über einen Verkauf des Kurfürsten-Denkmals nachdenken würde. Anders sieht es mit anderen Werten im Zwölf-Milliarden-Euro-Portfolio der Stadt aus. In der Niedrigzinsphase lässt sich manche Immobilie von Bronze zu Gold aufwerten - und spült entsprechend Flüssiges in die städtischen Kassen.

Oberbürgermeister Thomas Geisel und seine Ampel-Mehrheit aus SPD, Grünen und FDP hatten sich als ein Ziel gesetzt, Verkäufe von Grundstücken und Immobilien stärker zu forcieren und damit die Einnahmenseite zu verbessern. Und tatsächlich hat sich schon einiges bewegt: Ein Grundstück am Kennedydamm wurde für die neue L'Oréal-Zentrale verkauft (für rund 22 Millionen Euro), der Gründgens-Platz in kompletter Größe (was ein zweistelliges Millionen-Plus brachte), außerdem ein städtisches Gebäude am Alten Hafen. Ein Teil des Wilhelm-Marx-Hauses an der Kasernenstraße soll bald auf den Markt kommen, die denkmalgeschützte Kämmerei in direkter Nachbarschaft zum Rathaus ist auch für einen Verkauf im Gespräch. Etliche solcher Beispiele könnten folgen. Immerhin hat die Stadt Hunderte Immobilien in ihrem Besitz - von Schulen über Wohnhäuser bis zu Museen. Das weckt Fantasien, sollte aber gut überlegt sein. Denn Wertgegenstände lassen sich nur einmal verkaufen. Oder wie der Rheinländer sagt: Wat fott es, es fott.

Quelle: RP
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