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Kolumne Auf Ein Wort
Die Sternsinger kommen

Kolumne Auf Ein Wort: Die Sternsinger kommen
Monsignore Ulrich Hennes ist Stadtdechant von Düsseldorf. FOTO: O. Staschik
Düsseldorf. In diesen Tagen ist es wieder so weit: Die Sternsinger kommen.

Mit Kreide schreiben sie an die Türen: "20+C+M+B+16". Das steht für "Christus mansionem benedicat" - Christus segne dieses Haus. Es ist der Segenswunsch zum neuen Jahr, den die als Könige verkleideten Kinder und Jugendlichen zu den Menschen bringen.

Mit ihren Kostümen erinnern die Sternsinger an die heiligen drei Könige, die zum neugeborenen Jesuskind nach Betlehem kamen.

Die Bibel weiß eigentlich nichts von Königen. Wohl aufgrund der königlichen Gaben von Gold, Weihrauch und Myrrhe wurden in der Tradition Könige aus den Männern, die das Matthäusevangelium als Sterndeuter bezeichnet, die aus dem Osten kamen, um dem neugeborenen König zu huldigen.

Weise, der Sterne kundig, machen sich auf einen weiten Weg der Suche. In Jerusalem angekommen, sind sie so vom Glanz und der Pracht geblendet, dass sie meinen, schon da zu sein, zumindest nachfragen müssen, weil sie den Stern aus dem Blick verloren haben. Doch müssen sie sich aus der Schrift sagen lassen, dass sie neu aufbrechen müssen, dass sie noch nicht am Ziel sind.

Gott ist nicht in der Pracht dieser Welt zu finden, sondern in der Armseligkeit eines Stalles, im Kind armer Leute. Und dort fallen sie nieder und beten an.

Eine dreifache Ansage wird uns damit gemacht:

1. Es ist ein langer Weg, Gott in meinem Leben zu finden. Aber es lohnt sich, ihn zu suchen, auf der Suche nach ihm zu bleiben.

2. Der Glanz dieser Welt mit ihrer Konsum- und Spaßorientierung kann uns den Blick auf Gott verstellen und uns vergessen lassen, dass wir Gott noch gar nicht gefunden haben; kann uns verleiten, die Suche nach Gott aufzugeben und das Vordergründige mit der tieferen Erfüllung in unserem Leben zu verwechseln.

3. Gott begegnet uns in der Unscheinbarkeit dieser Welt und unseres Lebens, in den Geringen und Armen, den Notleidenden und Benachteiligten. Seine Geburt in Armut verweist uns zugleich auf die Menschen unserer Tage, die unserer Hilfe bedürfen und in denen uns Gottes Antlitz aufscheint.

Darum sammeln die Sternsinger Gaben für notleidende Kinder in der Welt. Die diesjährige bundesweite Sternsingeraktion setzt sich besonders für den Respekt vor Kindern in aller Welt ein und unterstützt Hilfsprojekte in Afrika, Asien, Lateinamerika, Ozeanien und Osteuropa.

Das Schöne an der Sternsingeraktion ist, dass alle profitieren, alle auf der Gewinnerseite sind: Notleidende Kinder erfahren konkrete Hilfe; die Sternsinger erleben Gemeinschaft und Freude in ihrem Tun; alle, die die Sternsinger empfangen, hören weihnachtliche Freude, den Segen Gottes und die Erinnerung an die Gegenwart der Liebe Gottes in unserem Leben.

Das ist die tiefe Botschaft der Weihnacht.

Öffnen Sie den Sternsingern die Türen Ihrer Häuser und Wohnungen und ihrer Botschaft die Türen Ihres Herzens.

Gemeinsam mit "Kaspar, Melchior und Balthasar" wünsche ich Ihnen ein gesegnetes neues Jahr!

Quelle: RP
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