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Düsseldorf
Die Suche nach geeigneten Flüchtlingsunterkünften

Düsseldorf: Hier sollen Flüchtlinge untergebracht werden
Düsseldorf: Hier sollen Flüchtlinge untergebracht werden FOTO: dapd, dapd
Düsseldorf. Die Zahlen der Zuweisungen steigen rasant – und die Stadt muss inzwischen ungewöhnliche Wege gehen, um Raum zu schaffen. Neben Kirchen und Zelten sind auch Schiffe am Rhein als Flüchtlingsunterkünfte im Gespräch. Ein Überblick. Von Denisa Richters

Dass der Düsseldorfer Oberbürgermeister Post von der Bezirksregierung erhält, ist nicht ungewöhnlich. Schließlich ist sie die Kontrollbehörde. Der Ton des Schreibens, das Rathaus-Chef Thomas Geisel vergangenen Mittwoch erhielt, war aber deutlich wie selten: "Ich fordere Sie auf, sofort und vorübergehend – zumindest für drei Wochen – Unterbringungsmöglichkeiten für 150 geflüchtete Personen bereitzustellen." Es wurde eine Frist von zwei Tagen gesetzt.

Platz für 150 zusätzliche Flüchtlinge innerhalb von zwei Tagen zu schaffen, ist derzeit eine echte Herausforderung. Denn auch ohne solche gesonderten Zuweisungen steigen die Zahlen der Flüchtlinge, die Düsseldorf im Auftrag des Landes aufnehmen muss. Laut der städtischen Flüchtlingsbeauftragten Miriam Koch sind die Zahlen stark gestiegen: "Der Juni war mit 250 Flüchtlingen in diesem Jahr der Spitzenmonat." Jedoch sei davon auszugehen, dass es in den nächsten Monaten jeweils 350, womöglich sogar noch mehr zusätzliche Flüchtlinge sein werden, die vom Land zugewiesen werden. "Tendenz weiter steigend", so Koch.

Gleichzeitig gibt es Probleme bei der geplanten Unterbringung. Der Bau weiterer Container-Anlagen verzögert sich nun doch um zwei Monate. Zunächst war vorgesehen, die nächsten Anlagen im August bezugsfertig zu machen. Nun klappt es erst im Oktober. Die Gründe für die Verzögerung sind laut Koch zum einen Bodenrückstände auf den Grundstücken (z.B. Kampfmittel), zum anderen lange Verhandlungen mit Anwohnern.

Die zuständige Arbeitsgruppe im Rathaus trifft sich inzwischen fast täglich. Nun wurde auf der Basis von monatlich 350 neuen Flüchtlingen bis April 2016 eine Prognose für die Situation bei der Unterbringung aufgestellt: Demnach wird es immer wieder massive Engpässe geben. So werden im September 550 Plätze fehlen, im April 2016 sogar 600. Laut Koch ist davon auszugehen, dass die Zahlen sich sogar noch erhöhen werden. Insgesamt wurden jetzt Schulturnhallen bereitgestellt, zwei – die des Leo-Statz-Berufskollegs in Unterbilk und die an der Kalkumer Straße in Unterrath – sind bereits bezogen. 150 Plätze werden im früheren Finanzamt an der Roßstraße fertig. Hinzu kommen etliche in privaten Bestandsimmobilien.

Neun Container-Anlagen mit je 160 bis 200 Plätzen werden vom 11. Oktober bis Ende November in Betrieb genommen: Moskauer Straße (Oberbilk), Meineckestraße (Golzheim), Karlsbader Straße (Gerresheim), Blankertzstraße (Ludenberg), Grünewaldstraße (Stockum), Leuchtenberger Kirchweg (Lohausen), Zur Lindung (Angermund), Oberlöricker Straße (Lörick) und Schimmelpfennigstraße (Benrath).

 

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