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Grand Départ in Düsseldorf
Die Tour-Vorfreude steigt

Die erste Etappe der Tour de France 2017
Düsseldorf. In zwei Wochen startet das bekannteste Radrennen der Welt in Düsseldorf - und das wird immer spürbarer: Die Stadt schmückt die Strecke, am Rhein steigt heute ein großes Radfest, Abschleppunternehmer bestellen zusätzliche Wagen. Von Alessa Brings, Oliver Burwig und Christian Herrendorf

Autofahrer stoßen auf der Rheinknie- und auf der Oberkasseler Brücke derzeit auf leicht irritierende Hinweise. Am Rande der Straße wehen Fahnen, auf denen "Allez! Allez! Allez!" steht, also die französische Aufforderung, sich ordentlich zu beeilen. Die gilt allerdings nicht den motorisierten Verkehrsteilnehmern, sondern den Radrennsportlern, die in zwei Wochen beim Auftakt der Tour de France über die Brücke rasen und dabei einen Schnitt von bis zu 55 km/h fahren können. Die Fahnen sind eines von vielen Anzeichen dafür, dass das Großereignis näher rückt und die Stadt sich dafür rausputzt. Das Tour-Fieber in Düsseldorf steigt.

Schmuck Stadt und Veranstalter haben die Strecke gemeinsam begutachtet und mögliche Gefahrenstellen beseitigt. So wurden zum Beispiel auf der Brücke im Medienhafen einige abgesplitterte Holzbohlen ausgetauscht und Befestigungsschrauben kontrolliert. Darüber hinaus wurde fleißig geschmückt. Zwölf große Banner begrüßen Sportler und Gäste in der Altstadt, kleine Fahnen wehen in den Tour-Farben Gelb, Grün und Rot-Weiß über den Straßen und Gassen des Viertels. Die Radstation am Hauptbahnhof hat ihre Fenster mit Tour-Motiven verziert, in Beeten stehen bunte Räder, Bauzäune sind verschönert worden und bisweilen werden alte Beton-Blumenkübel mit neuem Holz versehen.

Fahrradfest/Radnacht Die "Allez"-Hinweise sehen heute Abend erst einmal Radfahrer aus Düsseldorf und Umgebung. Bei der Radnacht werden voraussichtlich mehrere Tausend Teilnehmer quer durch die Stadt rollen. Sie starten um 20 Uhr am Mannesmannufer. Über die Kö geht es Richtung Norden, dort einmal rund um die Messe und dann über die erwähnten beiden Brücken zurück zum Mannesmannufer. Die Strecke entspricht dem Kurs des Einzelzeitfahrens am ersten Tag des Grand Départ.

Die zweite Etappe der Tour de France 2017

Die besondere Tour am Abend ist das Finale eines große Radfest-Tages. Zwischen 11 und 19 Uhr werden auf der Rheinuferpromenade und am Unteren Rheinwerft mehr als 100 Akteure an den Ständen und auf den beiden Bühnen die "Fête du vélo" gestalten. Es gibt viel zu gucken, auszuprobieren und auch zu hören: Beim Bicycle-Music-Festival an der Apollowiese spielen ab 14 Uhr vier Bands (aus Düsseldorf, Dortmund und Belgien), die nur durch Muskelkraft verstärkt werden, also von Besuchern, die auf Rädern für Strom sorgen.

Service Auch bei den freiwilligen Helfern (Volunteers), die den Ordnungskräften beim Sichern der Strecke helfen und den Besuchern an den Tour-Tagen den Weg weisen, wächst die Vorfreude - und das nicht nur bei den Menschen aus der Region. So haben sich Helfer unter anderem aus Berlin, Leipzig, Hamburg, Frankfurt und München, aber auch aus Utrecht, Roermond, Eupen, London, Wien oder dem schwedischen Södertälje gemeldet. Sogar aus Kanada will ein Helfer zum Grand Départ anreisen.

Fahrer, Fans und ein Beutel Eigenblut: Bilder aus der Ausstellung "Mythos Tour de France" FOTO: dpa, fg tba

Die 45-jährige Sandra Damm half schon beim Petit Départ mit, beim "großen" Départ wird sie sich ebenfalls ehrenamtlich engagieren. "Ich finde es schön, Teil einer so großen Veranstaltung zu sein", sagt Damm. Erfahrungen sammelte sie schon als Helferin bei den Special Olympics. Fast direkt an ihrer Haustür radeln die Tour-Fahrer am Grevenbroicher Weg in Lörick vorbei. Dort wird sie aufpassen, dass keine Zuschauer die Strecke betreten. Besonders auf die Arbeit im großen Volunteers-Team freut sie sich: "Ein paar Leute kenne ich, ich finde es aber auch faszinierend, wie gut die Zusammenarbeit mit denen klappt, die man noch gar nicht kennt." Nach Angaben der Stadt haben sich 2640 Freiwillige als Helfer registriert. Den Start in der Tour-Woche werden die ersten Freiwilligen mit dem Einsatz im Welcome-Center am Düsseldorfer Flughafen erleben, um dort erste Gäste, aber auch selbst anreisende Volunteers zu begrüßen.

Abschleppen Nicht alle Dienstleistungen am Rande sind so beliebt wie die der Volunteers. Entlang der Strecke werden am 1. und 2. Juli zahlreiche Parkplätze wegfallen, widerrechtlich geparkte Autos müssen abgeschleppt werden. Beim Testlauf im vergangenen September, dem "Race am Rhein", kamen mehr als 200 Autos an den Haken. Die Stadt muss deshalb vorsichtshalber mit hohem Abschleppwagen-Aufkommen rechnen und hat dies mit den Firmen besprochen. "Wir gehen davon aus, dass sich jedes Abschleppunternehmen auf einen gesteigerten Bedarf an Fahrzeugen einstellt", sagte ein Sprecher der Stadt. Turan Avci von dem Düsseldorfer Abschleppdienst Avci hat sich auf mehr Arbeit eingestellt. "Wir wissen nicht, was in den Tagen auf uns zukommt, daher haben wir bei Unternehmen aus anderen Städten um Hilfe gebeten", sagt er. Kollegen aus Köln und Wuppertal schicken ihm Wagen und Fahrer.

Das ist das Verkehrskonzept zur Tour de France in Düsseldorf FOTO: Stadt Düsseldorf
Quelle: RP
 
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