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Schule, Feuerwehr, Rotlicht
Düsseldorfs verrückteste Beschwerden

Die verrücktesten Beschwerden der Düsseldorfer
Die Ämter, Stadttöchter und Unternehmen erreichen immer wieder Beschwerdebriefe von Bürgern. Manchmal sind die Ärgernisse abstrus. FOTO: RP/Radowski
Düsseldorf. Die Ämter, Stadttöchter und Unternehmen erreichen immer wieder Protestschreiben und Ausreden von Bürgern, die mit Regeln, Bußgeldern oder einfach dem Wetter nicht einverstanden sind. Eine Auswahl.

Autohaus Beim Lehrling eines Düsseldorfer Autohauses beschwerte sich eine Frau mit Nachdruck darüber, dass ihr Fahrzeug plötzlich in Kurven rutsche und das Heck ausbreche. Der Bremsweg sei länger als sonst und die Räder drehten beim Anfahren durch. Der findige Azubi fand schnell den technischen Fehler: abgefahrene Sommerreifen bei 15 Zentimetern Schnee.

Flughafen Ein Passagier beschwerte sich empört, ihm sei großer wirtschaftlicher Schaden entstanden, weil die in seinem Handgepäck mitgeführte Motorsäge nicht mit ins Flugzeug durfte. Die Motorsäge hat der forstwirtschaftlich versierte Fluggast nach seiner Rückkehr wiedererhalten.

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Versicherung Ein älterer Herr rief vor einigen Jahren bei der Pressestelle einer Düsseldorfer Versicherung an. Er war kein Kunde des Unternehmens und beschwerte sich über eine andere Versicherung. Er würde seine Korrespondenz handschriftlich erledigen - in der von ihm erlernten Sütterlinschrift. Nun hätte seine Versicherung sich geweigert, seine Briefe zu lesen. Er fragte, wie die angerufene Versicherung in seinem Fall handeln würde. Zum Glück hat diese einen Unternehmensarchivar, der im Zweifel jeden Brief in Sütterlin lesen kann.

Schule I Fürsorglich, skurril oder einfach nur dreist? Diese Frage stellt sich Dagmar Wandt, Leiterin des Schulverwaltungsamtes, wenn sie an die Beschwerde über einen geplanten Ausflug im Ferienprogramm des Offenen Ganztags (OGS) denkt. "Eine Stunde vor Beginn des Ausflugs rief eine Mutter bei uns an und reklamierte das schlechte Wetter. Sie wolle ihrem Kind das Regenwetter nicht zumuten, da es mit Sicherheit krank würde. Sie könne das Kind jedoch nicht zu Hause lassen, da sie berufstätig sei und schließlich für die OGS zahle. Tatsächlich erwartete sie eine Einzelbetreuung ihres Kindes in den Räumen der Schule und drohte mit einer Anzeige wegen Körperverletzung." Der Empfehlung des Schulverwaltungsamtes, das Kind solle schlicht wetterfeste Kleidung anziehen, frische Luft trage schließlich zur gesunden Entwicklung bei, leistete die Mutter schließlich zähneknirschend Folge.

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Schule II Die Leiterin der Gesamtschule am Hermannplatz, Birgit Planken, war beeindruckt von der gefälschten Unterschrift unter einer komplett vergeigten Mathe-Klausur. Zur Rede gestellt, behauptete das Mädchen, bei ihr zu Hause liege ein Abreißblock mit Original-Unterschriften der Mutter, auf den sie "bei Bedarf" zurückgreifen dürfe. "Das war natürlich Quatsch", sagt Planken. In Wahrheit habe die Schülerin die Unterschrift aus dem von den Eltern zu unterschreibenden Lerntagebuch herausgeschnitten und unter die Klausur geklebt.

Schule III Der städtische Ordnungsdienst (OSD) erwischt immer wieder Schulschwänzer. Ein Jugendlicher wurde in einem Fast-Food-Restaurant angetroffen, als er einen Hamburger mampfte. Seine Entschuldigung für den ausgesetzten Schulbesuch war ebenso einleuchtend wie selbsterklärend: Erhebliche Magenbeschwerden!

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Stadtwerke Normalerweise sind es die Mitarbeiter des Kundencenters der Stadtwerke, die sich Beschwerden anhören dürfen - wenn mal der Strom ausfällt oder eine Abrechnung nicht stimmt. Eine Kundin beschwerte sich allerdings in einem Brief, dass sie einen bereits angekündigten Scheck nicht erhalten habe. Dabei hatten die Stadtwerke ihr in der Jahresrechnung mitgeteilt, dass ihr das Guthaben auf diesem Wege erstattet werde. In ihrem Anschreiben machte die Kundin nun nicht menschliches Versagen für den Fehler verantwortlich, sondern beschimpfte die Technik: "Du Elektroschrott, du malware-infizierter Hort korrumpierter Daten", lautete schon die Anrede. "Besser wäre es, bei den Stadtwerken würden Menschen die Post öffnen und bearbeiten. Wenn du das nächste Mal einen Ordnerscheck ankündigst, dann drucke und versende ihn auch."

Feuerwehr Das Martinshorn zu laut, das Blaulicht zu hell - das sind die Klassiker bei wohl allen Feuerwehren der Welt. In Düsseldorf musste sich die Beschwerdestelle der Berufsfeuerwehr aber auch mit besorgten Bürgern auseinandersetzen, die sich ums Tempo Gedanken machen. So trafen diesen Sommer fast zeitgleich zwei Nachrichten verschiedener Absender ein: Der eine beklagte, dass das Rolltor am Gelände der Wache in Wersten sich viel zu langsam öffne und die Einsatzfahrzeuge dort warten müssten. Ob da nicht wertvolle Zeit verlorengehe? Im zweiten Brief klagten Rheinufer-Picknicker, das Löschboot sei bei Fahrten im Einsatz viel zu schnell und wirbele zu viel Wasser auf. So eilig könne doch wohl kein Einsatz sein. Zur Erklärung: Das schwere Automatik-Rolltor geht auch zur Sicherheit von Passanten nur langsam auf, wird aber in der Zeit geöffnet, in der sich auch die Einsatzkräfte fertigmachen. Und wenn ein 2000-PS-starkes Löschboot einen Ertrinkenden sucht, ist ein bisschen Wellengang unvermeidlich.

Verkehrsüberwachung Eine 23-Jährige wurde geblitzt, als sie eine rote Ampel überfuhr. Sie wollte keine Vollbremsung durchführen, erklärte sie im Anhörungsbogen, denn "eine abrupte Bremsung hätte gefährliche bis tödliche Folgen für meinen Hamster gehabt, welcher beim Tatvorfall ordnungsgemäß auf dem Beifahrersitz befestigt war. Das Risiko, dass mein Hamster sich innerhalb seines Käfigs verletzen könnte, war mir zu hoch, und da keine weiteren Personen im Umfeld waren, missachtete ich das Gesetz." Die junge Frau erklärte, dass ihr dieses Verhalten "auch wirklich aufrichtig leid" tue.

Rotlichtviertel Im Sperrbezirk erleben die OSD-Kräfte immer wieder bizarr-abstruse Situationen. Ein Mann wurde mit Damenbegleitung im Auto angetroffen - ohne Hose. Seine Erklärung: Die Frau habe ihm Kaffee über die Hose geschüttet, er versuche, sie an der Lüftung zu trocknen. An einem anderen Tag wurde eine weibliche OSD-Kraft in zivil von einem Mann angesprochen. Er lobte sie, da sie sich für eine Prostituierte doch recht gut gehalten habe. Dann schnippte er seine Kippe weg und wollte wissen, was "es" kostet. Die Ordnungskraft darauf: "Die weggeschnippte Kippe zehn Euro, der Kontakt im Sperrbezirk zu einer Prostituierten 250 Euro." So kam es denn auch.

Rheinbahn Ein Herr mit kleinem, aber intensiv genutztem Schimpfwort-Repertoire, beklagte in einem Beitrag auf der Facebook-Seite der Rheinbahn, die 706 komme immer zu früh oder zu spät, so dass er oft laufen müsse, obwohl er dies nicht wolle. Er habe deshalb bei einer sich bietenden Gelegenheiten die Bahn beschmutzt, zudem wünsche er der Rheinbahn, dass sie pleite gehe. Die antwortete daraufhin, die Rechtsabteilung sei dankbar für Menschen, die sich selbst belasteten, insbesondere wenn sie auf Facebook gleich noch ihr Foto mitlieferten. Man werde nun die Bilder aus der Überwachungskamera überprüfen - und verabschiede sich mit einem Denkanstoß: "Wenn wir pleite gehen, musst Du immer laufen."

(Hdf, Isf, Jj, Sg, Tb, Ujr)
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