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Düsseldorf
Die wichtigsten Fragen im Gaslaternen-Streit

Düsseldorf: Die wichtigsten Fragen im Gaslaternen-Streit
In Düsseldorf stehen auch viele Gaslaternen mit moderner Anmutung, wie hier an der Philipp-Reis-Straße. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Immer wieder kommen im Konflikt ums Gaslicht dieselben Fragen auf. Wir geben die Antworten. Auf einer interaktiven Karte bei RP Online lässt sich ab heute sehen, wo in der Stadt noch Gaslaternen stehen. Von Arne Lieb

Wo werden die Laternen erhalten? Das wird derzeit entschieden. Der Stadtrat hat beschlossen, dass "mindestens" 4000 der noch rund 14.000 Gaslaternen in sogenannten Erhaltungszonen stehenbleiben. Der Rest soll nach und nach durch strombetriebene Leuchten ersetzt werden. Zu Erhaltungszonen hat die Stadtverwaltung im Grundsatz solche Gebiete erklärt, in denen auch die Bebauung als erhaltenswert gilt und in denen deshalb eine Denkmalbereichssatzung oder Erhaltungssatzung gilt. Dazu gehören - wenig überraschend - die Altstadt und der Dorfkern von Kaiserswerth, aber etwa auch weniger alte Teile von Lierenfeld, Flingern-Nord und Urdenbach. Wer wissen will, ob die eigene Straße dabei ist, kann sich jetzt einen Überblick verschaffen: Unsere Redaktion hat eine interaktive Karte erstellt. Dort lässt sich aufs Haus genau sehen, wo es Gaslicht gibt - und wo es wohl bleibt.

Die genaue Ausarbeitung der Zonen steht aber noch aus. Ein Gutachter hat alle Straßen in den Gebieten geprüft, die Ergebnisse werden derzeit in den Bezirken vorgestellt. Einzelne Straßen können noch herausfallen, wenn es praktische Gründe gegen das Gaslicht gibt, andere könnten dazukommen. Es heißt von der Stadt auch, man sei bereit, weitere Zonen hinzuzufügen - falls Bürger oder Politik dafür gute Gründe nennen können, zum Beispiel die Bedeutung für ein Straßenbild. Der Wunsch der Anwohner allein reiche aber nicht aus.

Was kostet die Umstellung?

Hier gibt es Gaslaternen in Düsseldorf FOTO: Schnettler

Das ist die heikelste Frage in dem Konflikt - und sie lässt sich auch nach all den Jahren nicht klar beantworten. Die Berechnung der Stadt liegt bei Kosten in Höhe von 3750 Euro für den Abbau der Gaslaterne und den Aufbau einer neuen. Allerdings wurde bei den Info-Abenden ein Betrag von 5000 Euro genannt. Der Bund der Steuerzahler und "Haus und Grund" befürchten erheblich höhere Kosten für den Umbau. Als Beleg wird oft ein Fall herangezogen, wo der Ersatz einer Gaslaterne einen fünfstelligen Betrag kostete - die Stadtverwaltung spricht von besonderen Umständen für diesen Einzelfall.

Interessanterweise gibt es auch unterschiedliche Informationen aus den beiden Städten, die ebenfalls noch Gaslicht haben und es beide zu großen Teilen abbauen wollen. In Berlin, wo man bereits rund 10.000 Leuchten umgerüstet hat, kalkuliert man ähnlich wie in Düsseldorf mit 3500 bis 5000 Euro pro Laterne. In Frankfurt geht man hingegen von 7000 Euro pro Leuchte aus. Die hohen Kosten, die Gaslicht-Aktivisten befürchten, bestätigen beide Städte aber nicht.

Unklar ist übrigens auch immer noch, ob die Anlieger einen Teil der Kosten tragen müssen, was in Berlin und Frankfurt nicht der Fall war. Die Stadt prüft Finanzierungen ohne eine solche Umlage, das Ergebnis steht noch aus. Was man bei allen Rechenspielen nicht vergessen darf: Durch den erheblich geringeren Energieverbrauch spart LED-Licht langfristig Geld.

Werden die Laternen umgebaut oder ersetzt?

Oft ist von "Umrüstung" die Rede, der Begriff ist aber missverständlich. Einzig beim Modell "Alt-Düsseldorf" - den beliebten altmodischen Leuchten, die zum Beispiel in der Altstadt stehen - lässt sich zumindest der Mast weiterverwenden. Der Kopf muss aber ersetzt werden. Möglich ist ein dem Original recht ähnlicher Nachbau, wie es ihn zum Beispiel schon vor dem Rathaus gibt - Gaslaternen-Anhänger sprechen verächtlich von "Attrappen". Alle anderen Modelle sind darauf ausgerichtet, dass das Gas durch den Stahlmast fließt. Wenn das nicht mehr der Fall wäre, würde er rosten. Daher muss die Laterne komplett ausgetauscht werden. Welche neuen Typen stattdessen kommen, ist noch nicht diskutiert..

Quelle: RP
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