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Düsseldorf-Süd
Diebe in den S-Bahnen immer dreister

Düsseldorf-Süd. Die Masche der Diebe ist immer gleich: Sie organisieren sich meist nachts in kleinen Gruppen von zwei bis vier Personen, um gezielt schlafende, unachtsame oder betrunkene Passagiere auszurauben. Leicht zu bestehlen sind dabei Nachtschwärmer, die in der Kölner oder Düsseldorfer Altstadt feiern waren und auf dem Weg nach Hause sind.

Auf der S6-Strecke nach Essen ist die Bundespolizei am Wochenende massiv gegen die meist nordafrikanische Taschendiebstahlszene vorgegangen. Die Täter kommen zu 90 Prozent aus Marokko oder Algerien. Hintergrund der Aktion war nach Angaben von Volker Stall, Sprecher der Bundespolizei in Dortmund, eine Häufung der Delikte. "Wir stellen seit Jahren einen kontinuierlichen Anstieg dieser Straftaten fest", sagt er.

Mit Hilfe von Zivilkräften, die in den Zügen die Lage beobachten, und massiven uniformierten Polizeikräften an S-Bahn-Haltepunkten wurden bei den Schwerpunktkontrollen insgesamt 38 meist polizeibekannte Personen überprüft.

Ein Taschendieb wurde auf frischer Tat ertappt, als er einen schlafenden Reisenden bestehlen wollte. Eine weitere Person fiel durch Hehlerei auf. Es ging um ein gestohlenes Smartphone. Zwei Personen konnten keine gültigen Aufenthaltsgenehmigungen vorweisen.

Auch seien 17 Schwarzfahrer erwischt worden. Insgesamt, so Stall, seien mehr als 50 Platzverweise ausgesprochen worden. Während der Kontrollzeit sei es in der S-Bahn auch zu zwei Körperverletzungen gekommen, bei denen die Bundespolizisten einschreiten mussten. "Ein Marokkaner hat bei der Festnahme massiven Widerstand geleistet und die Beamten angegriffen", sagt Stall. "Zusätzlich werten wir die Aufzeichnung der in den neuen S-Bahnen installierten Videokameras aus."

Durch Präsenz der Zivilkräfte habe man auch viele "positive Eindrücke für die Lagebeurteilung" bekommen. Die Einsätze seien in der Nacht zum Samstag und in der Nacht zum Sonntag durchgeführt worden. Weitere Aktionen seien geplant - unter anderem auch in der S6. Ebenfalls stark betroffen sind die Linien RE1 und S1. Die S6 sei hingegen "kein Schwerpunkt", wie Stall betont. "Trotzdem werden wir auch in dieser und vielen anderen Bahnen in der Region die Kontrollen verstärken - vor allem nachts und an den Wochenenden."

(dora)
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