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Saubere Luft
Diese Düsseldorfer Unternehmen nutzen bereits E-Autos

Saubere Luft: Diese Düsseldorfer Unternehmen nutzen bereits E-Autos
Einmal volltanken, bitte. Pflegedienstleiterin Karin Wicka lädt mittags das E-Auto ihres Betriebs auf. FOTO: Hans-Juergen Bauer
Abgas-Schleudern waren gestern. Manche Düsseldorfer Betriebe setzen schon jetzt auf Elektromobilität. Drei Firmen zeigen, welche Vor- und Nachteile das hat. Von Helene Pawlitzki, Düsseldorf

Seit Dienstag (13.09.2016) ist es amtlich: Düsseldorf muss etwas gegen die dicke Luft tun. Die Umwelthilfe hatte die Bezirksregierung wegen ständig übertretener Grenzwerte beim Stickoxid verklagt. Das Verwaltungsgericht gab ihr recht. Nun muss die Bezirksregierung bei den Maßnahmen gegen zu hohe Schadstoffwerte in der Landeshauptstadt nachbessern.

Klar ist: Drastische Maßnahmen wären nötig, damit Düsseldorfs Luft besser wird. Als Hauptverursacher der Stickoxid-Belastung gilt der Straßenverkehr, besonders Autos mit Dieselmotor.

Für Unmut gesorgt hat bereits bei einigen die Diskussion um ein Diesel-Verbot in der Innenstadt. Ähnlich wirksam wäre laut Gutachten, wenn mehr Autos einen Elektroantrieb hätten. Auch das hören Vertreter von Industrie und Handel nicht gern. Allerdings will die Stadt in einem Pilotprojekt ausprobieren, wie der Lieferverkehr elektrisch ablaufen könnte.

E-Autos besonders bei Firmen beliebt

Im Juli 2016 waren nach Angaben des Umweltamts 315 reine Elektroautos in Düsseldorf zugelassen - davon gehörten 233 Firmen. Auf die Gesamtzahl der Fahrzeuge in der Stadt gerechnet (etwa 350.000) ist nicht viel, zeigt aber einen klaren Trend: Besonders Unternehmen nutzen Elektromobilität im täglichen Betrieb. Wir haben drei von ihnen gefragt, wie's läuft.

  • Bäcker Schüren

Bei Gründung dieses Bäckereibetriebs 1905 wurden Brot und Kuchen noch mit Pferdefuhrwerken ausgeliefert. Ein Jahrhundert des Verbrennungsmotors später nutzt der Betrieb unter anderem sieben E-Autos - und nimmt damit auch an einem Forschungsprojekt des Bundeswirtschaftsministeriums teil.

So fahren drei Nissan e-NV200 morgens durch Düsseldorf und beliefern Hotels, Läden, Mensen oder Seniorenheime. Zwei Sprinter hat der Bäckereibetrieb in E-Autos umbauen lassen, zum Beispiel für die Filialbelieferung.

Für die Bäckerei war Elektromobiltät auch deshalb eine sinnvolle Lösung, weil sie damit von der Stadt eine Sondergenehmigung für die Corneliusstraße bekam. Dort wären Sprinter als 3,5-Tonner sonst gar nicht erlaubt.

FOTO: Roland Schüren

"Wir machen das, weil es einfach zu unserer Firma passt", sagt Chef Roland M. Schüren. Sein Unternehmen setze stark auf Bio und Nachhaltigkeit. "Dazu kommt: Diese Fahrzeuge sind viel wartungsärmer. Es gibt weniger Verschleißteile und wenn etwas kaputt geht, ist es einfacher austauschbar." Einziger Nachteil sei der Anschaffungspreis. "Gerade die Umrüstung der Sprinter war sündhaft teurer."

  • Krankenpflegedienst Klingen/Leithäuser

Am Anfang, verrät Pflegedienstleiterin Karin Wicka, seien manche Kollegen schon etwas skeptisch gewesen. "Aber jetzt wollen alle!" Bisher hat der Krankenpflegedienst aber nur drei E-Smarts, so dass nicht alle Mitarbeiter des Krankenpflegedienstes in den Genuss der zügigen Beschleunigung und des leisen Antriebs kommen.

Mehr wären schön, so heißt es. Aber an der Säule, die die Stadtwerke dem Pflegedienst vor die Tür gebaut haben, lassen sich nur vier Autos gleichzeitig aufladen. Das tun die Mitarbeiter in der Mittagspause. Morgens und abends fahren sie die Touren zu den Kunden, jeweils bis zu sechs Stunden.

FOTO: Krankenpflegedienst Klingen/Leithäuser

Insgesamt, sagt Karin Wicka, sei das Unternehmen zufrieden mit den E-Autos. "Allerdings ist die Infrastruktur noch nicht ganz ausgereift." So waren die Karten zur Identifikation an den Zapfsäulen schon mal defekt und Aufladen daher nicht möglich. Insgesamt läuft der Praxistest aber schon ein Jahr - und das recht erfolgreich.

  • Flughafen Düsseldorf

Zehn E-BMWs und vier E-Golfs nutzt der Flughafen. Bis 2020 sollen es 30 Fahrzeuge mit alternativem Antrieb werden. Mit den Autos fahren die Mitarbeiter des Flughafens zu ihren Terminen - egal, ob die auf dem Vorfeld oder in Frankfurt am Main stattfinden.

Gerade für die letzten Termine werden aber auch immer noch gerne die Benziner der Fahrzeugflotte genutzt. "Die Infrastruktur ist einfach noch nicht so weit", sagt Flughafensprecher Christian Hinkel. "Manche Mitarbeiter haben Sorge, dass die Batterie nicht bis Frankfurt und zurück reicht." Was, wenn man vor Ort nicht aufladen kann? "Die Reichweite der Fahrzeuge ist sicherlich noch verbesserungsfähig", so Hinkel.

FOTO: Flughafen Düsseldorf

Ansonsten zeigt sich der Flughafen zufrieden. Die Fahrzeuge seien emissionsfrei und leise - und das sei auch am Flughafen ein Wert. "Gerade, weil es hier so viele andere Lärmerzeuger gibt." Verglichen mit einem Jet schneidet ein E-Auto in der Umweltbilanz natürlich auf jeden Fall gut ab.

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