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Serie Macher Vom Rhein
Digitale Spielwelten kommen auch aus Düsseldorf

Düsseldorf. Seit 30 Jahren gibt es den Computerspiele-Entwickler Ubisoft, seit 25 Jahren sitzt die Deutschland-Dependance in der Landeshauptstadt. Von Ludwig Jovanovic

Die zwei bescheidenen Firmenschilder im nüchtern wirkenden Geschäftshaus an der Adlerstraße täuschen. Denn der Spieleentwickler Ubisoft und seine deutsche Tochter Bluebyte haben nicht nur zwei Etagen gemietet. Tatsächlich haben die Marketing-Leute, Grafiker und Programmierer mehrere davon besetzt, in denen unter anderem Bluebyte-Mitarbeiter konzentriert an den neuesten Erweiterungen von "Siedler Online" arbeiten. Oder sie tragen Kopfhörer und testen, ob Änderungen an dem Strategie- und Aufbau-Spiel, das sich über einen Browser nutzen lässt, auch das bewirken, was man sich erhofft hat.

Und doch ist das nur ein Mosaikstein in der Erfolgsgeschichte von Ubisoft, das "mittlerweile das weltweit drittgrößte Unternehmen der Branche ist", sagt Deutschland-Geschäftsführer Ralf Wirsing (47), der mit seinen Ubisoft-Mitarbeitern auch die Schweiz und Österreich betreut. Das Unternehmen mit Stammsitz in Frankreich macht mit Spielen wie "Siedler Online", aber vor allem mit der Action-Spielreihe "Assassin's Creed" (96 Millionen verkaufte Spiele) einen Jahresumsatz von knapp 1,4 Milliarden Euro weltweit. Ende des Jahres kommt zu der Reihe sogar einen Film mit Michael Fassbender in der Hauptrolle ins Kino. Wie viel man von den 1,4 Milliarden in Deutschland erwirtschaftet? Darauf will Wirsing nicht antworten, aber "Deutschland ist der zweitgrößte Markt in Europa für uns". Und gesteuert werde der seit 25 Jahren von Düsseldorf aus.

Die Stadt habe im Lauf der Jahre sogar noch an Bedeutung gewonnen für Ubisoft, aber vor allem auch für die Tochter Bluebyte: Bei Programmierern oder Grafikern, also den Experten zur Entwicklung von Computerspielen, gebe es in Deutschland derzeit noch zu wenige Mitarbeiter, die man anstellen könne. Mit neuen Studiengängen, die Ubisoft unterstütze, ändere sich das zwar langsam. Aber viele der Neuanstellungen würden aus dem Ausland kommen. Und dann sei ein Standort, der internationales Flair habe, wichtig. Das sei sogar entscheidend. Düsseldorf "bietet da beste Bedingungen".

Quelle: RP
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