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Düsseldorf laut Studie gut gerüstet
Digitalisierung muss kein Jobkiller sein

Düsseldorf laut Studie gut gerüstet: Digitalisierung muss kein Jobkiller sein
Roland Schüssler, Chef der Agentur für Arbeit: "Es wird davon ausgegangen, dass nur 5,8 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von einem hohen Risiko der Substituierbarkeit durch eine Maschine betroffen sind." FOTO: Agentur für Arbeit
Düsseldorf. Düsseldorfs Arbeitsmarkt ist für den digitalen Wandel weitaus besser gerüstet als der Rest des Landes Nordrhein-Westfalen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die Agentur für Arbeit in Auftrag gegeben hat und die unserer Redaktion vorliegt.  Von Thorsten Breitkopf

"Die Arbeitnehmer in Düsseldorf sind aufgrund lokaler Arbeitsmarktbesonderheiten einem geringeren Risiko ausgesetzt, durch eine Maschine ersetzt zu werden. Es wird davon ausgegangen, dass lediglich 5,8 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von einem hohen Risiko der Substituierbarkeit durch eine Maschine betroffen sind", sagt Roland Schüssler, Chef der Agentur für Arbeit in Düsseldorf.

Deutschlandweit liegt der Durchschnitt bei knapp 15 Prozent. Das habe insbesondere zwei Ursachen. "Bildung schützt vor Rationalisierung, darin sind sich die meisten Forscher einig, und die Beschäftigten in Düsseldorf sind besonders gut ausgebildet", sagt Schüssler. Überdurchschnittlich viele Experten und Spezialisten seien in der Landeshauptstadt angestellt. Unter Experten versteht die Arbeitsagentur Menschen mit einer Ausbildung zum Meister oder Techniker. Unter Spezialisten werden Absolventen einer Hochschule oder Fachhochschule verstanden, also Akademiker im engeren Sinne. Experten und Spezialisten sind nur schwer durch Computer ersetzbar.

"Zum anderen ist der Dienstleistungssektor in Düsseldorf im Vergleich zu anderen Regionen sehr stark ausgeprägt. Die Arbeit von Unternehmensberatern oder in den Unternehmensverwaltungen ist eher seltener von Substituierbarkeit bedroht", sagt Schüssler.

Das Ersetzen menschlicher Arbeitskräfte durch Computer oder Maschinen fällt je nach Branche und Tätigkeit höchst unterschiedlich aus. Genau dieses Substituierungspotenzial wurde in der Arbeits-Agentur-Studie untersucht. Ein geringes Substituierbarkeitspotenzial liegt vor, wenn maximal 30 Prozent der Tätigkeiten eines Berufes durch Computer erledigt werden könnten, ein mittleres liegt zwischen 30 und 70 Prozent. Von einem hohen Substituierbarkeitspotenzial spricht man in der Agentur ab einem Anteil von 70 Prozent. Betrachtet man das Substituierbarkeitspotenzial differenziert nach Anforderungsniveau, dann wird deutlich, dass sowohl Helfer- als auch Fachkraftberufe im Durchschnitt zu 45 Prozent ersetzbar sind.

Das Ergebnis scheint auf den ersten Blick unplausibel. Sollte eine Ausbildung nicht besser vor Digitalisierung schützen als eine Helfertätigkeit? "Paradoxerweise lassen sich Tätigkeiten von qualifizierten Fachkräften besser in programmierbare Algorithmen zerlegen und damit leichter durch Computer ersetzen. Helfer dagegen erledigen zu einem großen Teil Nicht-Routine-Tätigkeiten, die sich nicht so leicht automatisieren lassen", sagt Schüssler.

Verglichen mit allen anderen Berufssektoren haben die Berufssegmente im Berufssektor "Personenbezogene Dienstleistungsberufe" die niedrigsten Substituierbarkeitspotenziale.

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Quelle: RP
 
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