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Düsseldorf
Bauaufsicht hätte Dior-Eröffnung erlaubt

Dior in Düsseldorf: Bauaufsicht hätte Eröffnung erlaubt
Bei Dior laufen erneut die Vorbereitungen für die Eröffnung. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Trotz fehlender Abnahme teilte die städtische Bauaufsicht dem französischen Luxus-Label mit, es könne eröffnen - auf eigene Verantwortung. Laut Bezirksregierung darf ein Gebäude aber nicht ohne positive Bauabnahme genutzt werden. Von Stefani Geilhausen

Am frühen Abend begannen Arbeiter der Umbau-Truppe gestern erneut damit, die weißen Klebefolien von den Dior-Schaufenstern an der Kö zu entfernen. Während sich das Unternehmen zum Eröffnungs-Hickhack wegen Brandschutzmängeln weiter in Schweigen hüllt, wird das im Umfeld als Zeichen dafür gewertet, dass das Luxus-Label seine größte Deutschlandfiliale nun doch schnell eröffnen wird.

Bereits gestern Morgen hatte ein von Dior engagierter Sachverständiger die Brandschutzexperten bei der Feuerwehr aufgesucht und noch für den Abend zugesagt, fehlende Pläne vorzulegen. Denn diese Pläne, die zu jeder Brandmeldeanlage gehören, waren ein Teil des bemängelten Brandschutzes.

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Schon im April war Dior auf nicht eingehaltene Brandschutzvorgaben aufmerksam gemacht worden. Doch die waren auch in der vergangenen Woche, als am Mittwoch erst ein VIP-Opening und am Freitag die geplante Eröffnung abgesagt wurden, noch nicht beseitigt.

Die Absagen, für die es von Dior keine Begründung gab, seien aber nicht von ihrer Behörde verlangt worden, versicherte gestern die Leiterin des Bauaufsichtsamts, Ulrike Lappeßen. "Es gab keine Beanstandungen bei der Bauabnahme, weil wir ja noch gar nicht da waren." Vielmehr hätten die Bauherrn sich vorige Woche im Amt gemeldet und sich erkundigt, ob sie denn eröffnen könnten, obwohl noch nicht alle Sicherheitsvorkehrungen fertig seien. Man habe vereinbart, dass die Behörde erst zur Bauabnahme komme, wenn auch alle Unterlagen vorlägen. Und: "Wir haben gesagt, sie könnten eröffnen, wenn ihre eigenen Gutachter der Meinung seien, dass alles in Ordnung ist", so Lappeßen. Das aber habe das Unternehmen nicht gewollt und von sich aus auf die Eröffnung verzichtet.

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Ein Vorgang, der in Fachkreisen zumindest für Erstaunen sorgt. Eine Sprecherin der Bezirksregierung erklärte gestern auf Anfrage unserer Zeitung und ausdrücklich ohne Zusammenhang zum Fall Dior, die Nutzung eines Gebäudes dürfe nicht ohne positive Bauabnahme aufgenommen werden. Die Abnahme diene dazu, zu prüfen, ob die in der Baugenehmigung gemachten Vorgaben und Auflagen erfüllt worden seien. Und, ob auch zwischendurch bereits beanstandete Mängel beseitigt wurden. Wenn das nicht der Fall sei, dürfe das Gebäude nicht genutzt werden. "Die Inbetriebnahme auf eigene Verantwortung und ohne Bauabnahme verbietet sich von selbst", so die Sprecherin der kommunalen Aufsichtsbehörde.

Nach Informationen unserer Zeitung waren die Verantwortlichen der Dior-Baustelle bereits im Frühjahr darauf hingewiesen worden, dass es die Lift-Kabine nicht ans Alarmsystem angeschlossen war, im Brandfall dort also kein Feueralarm zu hören wäre. Auch habe der Notrufknopf im Aufzug nicht funktioniert. Zudem sei neben den fehlenden Plänen der Brandmeldeanlage bemängelt worden, dass die Anlage keine direkte Verbindung zur Feuerwehrleitstelle hat.

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In einem konstruktiven Gespräch mit der Feuerwehr habe sich der Dior-Gutachter gestern optimistisch gezeigt, die beanstandeten Mängel zügig beheben zu können, und angesichts der geschäftigen Handwerker, die gestern im ehemaligen Eickhoff-Haus herumwuselten, könnte nun wohl tatsächlich bald der Abschlussbesuch der Bauaufsicht anstehen.

Quelle: RP
 
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