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Düsseldorf
Diskussion um Tarif für kurze Taxistrecken

Düsseldorf. Ordnungs- und Verkehrsausschuss soll ein Jahr nach der Tariferhöhung Grundtarif prüfen. Von Sonja Schmitz

Seit im März vorigen Jahres die Preise für Taxifahrten erhöht wurden, gibt es immer wieder Beschwerden darüber, dass sich viele die Fahrten nicht mehr leisten können. Gestern trug im Anregungs- und Beschwerdeausschuss eine Rentnerin ihre Situation stellvertretend für viele andere vor. Die Pempelforterin mit Wohnung an der Sternstraße schilderte, dass sie tagsüber in die Altstadt läuft. Doch abends vermeide sie dies, zumal der Weg über den Hofgarten führt. "Die Straßenbahnen sind häufig voll, so dass man manchmal erst die dritte abwarten muss, weil man vorher gar nicht reinkommt", so die Seniorin. Außerdem findet sie es beängstigend, zu später Stunde den Treppenausgang an der U-Bahn zu nehmen.

Vor der Tariferhöhung war es für die Rentnerin kein Problem, in diesen Situationen für die etwa 600 Meter lange Strecke ein Taxi zu nehmen. Die Kosten betrugen damals 4,50 Euro, sie hätten sich nun auf nahezu das Doppelte erhöht.

Im derzeitigen Grundtarif von 4,50 Euro seien keine Kilometer und Wartezeiten enthalten, erklärte die Verwaltung. Insbesondere die letztgenannten seien für die Preisgestaltung bei der beschriebenen Fahrstrecke verantwortlich. Durch viele Ampeln und Baustellen benötigten die Fahrer für die kurze Strecke die entsprechende Zeit. Über den Wartezeittarif, der bei Geschwindigkeiten unter 15,91 Stundenkilometern aktiviert wird, bekommen die Taxifahrer einen Ausgleich bezahlt. Eine Anpassung des aktuellen Tarifs sei derzeit nicht geplant.

Die Mitglieder des Ausschusses äußerten Verständnis für den Unmut der Beschwerdeführerin, sahen jedoch keine Möglichkeit, die Situation kurzfristig zu lösen. "Auch Fahrten von der Altstadt nach Benrath oder Kaiserswerth sind mit 35 bis 40 Euro happig im Vergleich mit anderen Städten. Ich tue mich schwer, die Beschwerde abzuschlagen, aber auch eine Empfehlung zu geben", sagte Andreas Auler, stellvertretender Ausschussvorsitzender. Fraktionsübergreifend einigte man sich, dem Ordnungs- und Beschwerdeausschuss aufzutragen, ein Jahr nach Tariferhöhung die Auswirkungen zu überprüfen.

Quelle: RP
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