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Düsseldorf
DJ tritt in Polizeiuniform auf und landet vor Gericht

Düsseldorf. Spaß oder Straftat - das konnte das Amtsgericht im Prozess gegen einen Altstadt-DJ gestern nicht klären. Der 54-Jährige war am Rosenmontag 2015 auf der Ratinger Straße in einer echten Polizeiuniform unterwegs, sollte nun wegen Titel- und Uniform-Missbrauchs 1200 Euro Strafe zahlen. Doch weil sein Anwalt auf einem Freispruch beharrte, sogar eine Einstellung des Verfahrens "wegen geringer Schuld" ablehnte, muss der Prozess neu aufgerollt werden. Einen Termin dafür gibt es noch nicht.

Der DJ hatte erklärt, ein befreundeter Polizist habe Tage vor Karneval eine Tasche mit Uniformteilen bei ihm vergessen. "Ungefragt", habe sich der 54-Jährige diese Uniform "ausgeborgt" und in dem "Kostüm" als DJ gearbeitet. Womöglich wäre das nie aufgefallen - wenn der Angeklagte nicht "zum Luftschnappen vor die Tür" gegangen wäre, wo er prompt echte Polizisten traf. Sein Anwalt: "Wie betrunken muss jemand sein, um den für einen echten Polizisten zu halten!" So habe der Mandant das Diensthemd bis zum Bauch offen getragen, aber weder Waffe noch Mütze gehabt. Der Staatsanwalt konterte: Es könne nicht sein, dass jemand bei Menschen in Uniform erst nachfragen müsse "sind Sie Polizist oder DJ von der Ratinger?" Da der Verteidiger darauf beharrte, der Auftritt in Polizeiuniform sei "nicht strafbar", muss der Prozess demnächst fortgesetzt werden. Dann sollen Zeugen auch angeben, ob der DJ in Dienstkleidung womöglich sogar noch autoritär aufgetreten sei.

(wuk)
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